Baunebenkosten: Der vollständige Überblick — was Bauherren wirklich zahlen
Grundstücks-bezogene Nebenkosten
Bereits beim Grundstückskauf entstehen erhebliche Nebenkosten:
- Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5% des Kaufpreises je nach Bundesland. Bei 300.000 EUR Grundstück: 10.500–19.500 EUR. Mehr: Grunderwerbsteuer.
- Notar und Grundbuch: Ca. 1,5–2% des Kaufpreises (Notargebühren + Grundbuchamt). Bei 300.000 EUR: ca. 4.500–6.000 EUR.
- Maklercourtage: 3,57–7,14% des Kaufpreises (je nach Region). Nicht immer anfallend wenn direkt vom Bauträger.
- Bodengutachten: 1.500–4.000 EUR. Pflicht vor Baubeginn! Erkennt Kontaminierungen, schlechte Tragfähigkeit oder Altlasten.
- Erschließungskosten: Wenn Grundstück noch nicht erschlossen (Wasser, Strom, Gas, Kanal): 5.000–30.000 EUR je nach Entfernung zu Anschluss.
Planungs- und Genehmigungskosten
Bevor gebaut wird, muss geplant und genehmigt werden:
- Architektenhonorar: 10–15% der Bausumme (nach HOAI). Bei 400.000 EUR Bausumme: 40.000–60.000 EUR. Fertighaus: kein Architekt nötig (ist im Preis inbegriffen). Eigenleistung mit Fertigplan: 3.000–8.000 EUR.
- Baugenehmigung: 0,5–1% der Bausumme als Gebühr (je nach Gemeinde und Bausumme). Typisch 2.000–8.000 EUR.
- Statiker: 3.000–8.000 EUR für Statik-Gutachten (Pflicht für Massivhäuser).
- Energieberater: Pflicht bei KfW-Förderung (Energieeffizienz-Experte, BfEE-Liste). 1.500–3.500 EUR. Mehr: KfW Förderung.
Baubegleitende Nebenkosten
Während des Baus entstehen weitere Kosten:
- Baustrom und Bauwasser: 1.000–3.000 EUR für Anschluss und Verbrauch während der Bauzeit.
- Bauversicherungen: Bauleistungsversicherung (Schäden während Bau): 500–1.500 EUR. Feuerrohbauversicherung: ca. 150–400 EUR/Jahr (oft kostenlos bei Wohngebäudeversicherung inbegriffen).
- Vermessungskosten: 2.000–5.000 EUR für amtliche Vermessung (Grundstück, Grenzmarkierungen, Einmessung nach Fertigstellung).
- Bereitstellungszinsen: Bank berechnet Zinsen auf nicht abgerufene Darlehensteile während der Bauphase. Typisch 0,25%/Monat ab 3–6 Monaten nach Kreditzusage. Bei 400.000 EUR Kredit über 12 Monate: ca. 6.000–12.000 EUR möglich.
Außenanlage und Abschlusskosten
Nach dem Rohbau kommen weitere Kosten:
- Außenanlage: Einfahrt, Terrasse, Garten, Zaun, Bepflanzung: 15.000–40.000 EUR. Oft unterschätzt oder aus Budget gestrichen. Auf schlechtem Baugrund teurer (Drainage nötig).
- Umzugskosten: 2.000–8.000 EUR (je nach Distanz und Volumen).
- Erstausstattung: Küche, Einbauschränke, Lampen, Vorhänge: 15.000–40.000 EUR.
- Schlussabrechnung Puffer: IMMER mindestens 10% Puffer auf die Gesamtbausumme einplanen. Unerwartetes tritt IMMER auf. Ohne Puffer: Stress und ggf. Nachfinanzierung nötig.
Mehr: Hausbau Kosten | Hausbau Finanzierung | Hausbau Ablauf.
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Häufige Fragen
Wie hoch sind Baunebenkosten in Prozent?
Typisch 15–25% der Gesamtbaukosten. Bei 400.000 EUR Bausumme: 60.000–100.000 EUR an Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Architekt, Genehmigungen, Erschließung, Außenanlage, Versicherungen, Puffer).
Was sind die größten Baunebenkosten?
Architektenhonorar (10–15% der Bausumme), Außenanlage (15.000–40.000 EUR), Grunderwerbsteuer (3,5–6,5%), Erschließung (wenn nötig: bis 30.000 EUR), Bereitstellungszinsen.
Kann man Baunebenkosten finanzieren?
Eingeschränkt. Grunderwerbsteuer, Notar und Makler müssen oft aus Eigenkapital gezahlt werden. Manche Banken finanzieren bis zu 110% des Kaufpreises (inkl. Nebenkosten) — aber zu schlechteren Konditionen.
Wann entstehen Bereitstellungszinsen?
Wenn der Kredit bereit steht aber noch nicht vollständig abgerufen wird. Typisch ab 3–6 Monate nach Kreditzusage: 0,25%/Monat auf nicht abgerufene Beträge. Bei langer Bauzeit: erheblich.




