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Nettorendite Immobilien & Nettomietrendite berechnen 2026: Formel, Beispiele & Rechner

Nettorendite Immobilien & Nettomietrendite berechnen 2026: Formel, Beispiele & Rechner

Die Nettomietrendite ist die wichtigste Kennzahl für Kapitalanleger bei Immobilien. Sie zeigt, wie viel Prozent deines eingesetzten Kapitals du jährlich als Mietüberschuss zurückbekommst — nach Abzug aller laufenden Kosten. Wer nur die Bruttomietrendite rechnet, übersieht schnell 1–2 Prozentpunkte und trifft falsche Investitionsentscheidungen.

Nettomietrendite Rechner: Jetzt kostenlos berechnen

Gib Kaufpreis, Jahreskaltmiete, Kaufnebenkosten und laufende Kosten ein — der Rechner liefert sofort Nettomietrendite und Eigenkapitalrendite.

Nettomietrendite berechnen

Grunderwerbsteuer + Notar + ggf. Makler
Für Eigenkapitalrendite-Berechnung
Bruttomietrendite
Nettomietrendite
Eigenkapitalrendite
Gesamtinvestition:
Nettomieteinnahmen:
Monatl. Cashflow:

* Richtwert ohne Gewähr. Keine Anlageberatung. Steuerliche Effekte nicht berücksichtigt.

Nettomietrendite Formel: So rechnest du richtig

Nettomietrendite (%) = (Jahreskaltmiete − jährliche Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

Die Formel klingt einfach — die Herausforderung liegt in der vollständigen Erfassung aller Kosten und der richtigen Investitionsbasis. Viele Investoren vergessen Kaufnebenkosten und unterschätzen die laufenden Kosten, was zu einer systematischen Überschätzung der Rendite um 1–2 Prozentpunkte führt.

Schritt 1: Jahreskaltmiete ermitteln

Monatliche Kaltmiete (ohne Betriebskosten-Vorauszahlung) × 12 = Jahreskaltmiete. Wichtig: Niemals die Warmmiete verwenden. Heizkosten, Wasser und Hausmeister trägt der Mieter selbst — diese Zahlungen durchlaufen dein Konto nur.

Beispiel: 900 € Kaltmiete × 12 = 10.800 € Jahreskaltmiete

Schritt 2: Jährliche Kosten vollständig erfassen

KostenpositionTypischer WertIm Beispiel (70 m², 900 € Kaltmiete)
Hausverwaltung5–8 % der Jahreskaltmiete540–864 €
Instandhaltungsrücklage8–12 €/m²/Jahr560–840 €
Mietausfallrisiko (Reserve)2 % der Jahreskaltmiete216 €
Nicht umlegbare Nebenkosten300–600 €/Jahr400 €
Gesamtkostenca. 1.716–2.320 €
Nettomieteinnahmen8.480–9.084 €

Hinweis Hausgeld (WEG): Bei Eigentumswohnungen gibt es das monatliche Hausgeld. Davon ist jedoch nur der nicht auf Mieter umlegbare Anteil (Instandhaltungsrücklage, Verwaltung) als Kosten anzusetzen. Betriebskosten (Hausmeister, Müll, Versicherung) werden vom Mieter übernommen.

Schritt 3: Gesamtinvestition berechnen (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)

PositionProzentsatzBei 250.000 € Kaufpreis
Kaufpreis250.000 €
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % je Bundesland8.750–16.250 €
Notar + Grundbuchca. 1,5 %3.750 €
Maklerprovision0–3,57 %0–8.925 €
Gesamtinvestition262.500–278.925 €

Schritt 4: Formel anwenden

Nettomietrendite = (8.780 € ÷ 268.000 €) × 100 = 3,28 % Nettomietrendite

Nettomietrendite nach Stadt: Was ist realistisch?

Die Nettomietrendite variiert stark je nach Standort. In Großstädten treiben hohe Kaufpreise die Rendite nach unten, während in B- und C-Lagen attraktive 4–6 % noch möglich sind. Hier eine realistische Übersicht für deutsche Städte:

StadtKaufpreis (70 m², ca.)Kaltmiete/Mon.BruttorenditeNettorendite (ca.)Bewertung
München650.000 €1.400 €2,6 %1,8–2,2 %Kritisch
Frankfurt420.000 €1.100 €3,1 %2,3–2,8 %Grenzwertig
Hamburg380.000 €1.100 €3,5 %2,8–3,3 %Grenzwertig
Berlin360.000 €1.050 €3,5 %2,5–3,0 %Akzeptabel
Düsseldorf330.000 €1.000 €3,6 %2,8–3,4 %Akzeptabel
Köln320.000 €1.000 €3,8 %2,9–3,5 %Akzeptabel
Stuttgart360.000 €1.050 €3,5 %2,7–3,2 %Akzeptabel
Hannover220.000 €850 €4,6 %3,5–4,2 %Gut
Nürnberg240.000 €880 €4,4 %3,4–4,0 %Gut
Leipzig180.000 €750 €5,0 %3,9–4,6 %Sehr gut
Dresden170.000 €720 €5,1 %4,0–4,7 %Sehr gut
Halle (Saale)130.000 €600 €5,5 %4,5–5,2 %Top
Chemnitz100.000 €520 €6,2 %5,0–5,8 %Top

Kaufpreise im Preisatlas nach PLZ prüfen — speziell Immobilienpreise Hamburg liegen auf Bezirksebene vor. Bürgerlichere Randlagen wie Barmbek (6.000 €/m²) oder Wandsbek (5.000 €/m²) bieten deutlich bessere Renditen als HafenCity (11.000 €/m²).

Brutto vs. Netto: Der Unterschied kostet dich tausende Euro

Viele Immobilienanzeigen werben mit der Bruttomietrendite — sie ist immer höher und sieht besser aus. Der Unterschied zur Nettomietrendite ist jedoch kein Kleinigkeit:

KennzahlFormelTypischer WertFehlerquelle
BruttomietrenditeJahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 1003–7 %Ignoriert Nebenkosten + laufende Kosten
Nettomietrendite(Jahreskaltmiete − Kosten) ÷ (KP + NK) × 1002–5 %Vollständiges Bild des Ertrags

Konkretes Rechenbeispiel: Wohnung für 300.000 €

PositionBetragErklärung
Kaufpreis300.000 €
Kaufnebenkosten (10 %)30.000 €GrESt + Notar + Grundbuch
Gesamtinvestition330.000 €
Jahreskaltmiete12.000 €1.000 €/Monat
Bruttomietrendite (falsch)4,0 %12.000 ÷ 300.000
Laufende Kosten−2.400 €Verwaltung + Instandhaltung + Ausfallrisiko
Nettomieteinnahmen9.600 €
Nettomietrendite (korrekt)2,9 %9.600 ÷ 330.000
Unterschied−1,1 Prozentpunkte„Verlorene“ 3.630 €/Jahr

Wer nur auf die Bruttomietrendite schaut und dann eine Kapitalanlage-Immobilie kauft, übersieht strukturell ca. 1–1,5 Prozentpunkte jährlichen Ertrag — bei einem 300.000-Euro-Objekt sind das 3.000–4.500 €/Jahr, die schlicht nicht da sind.

Eigenkapitalrendite berechnen — der entscheidende Hebel

Die Nettomietrendite misst den Ertrag auf das Gesamtkapital. Die Eigenkapitalrendite misst den Ertrag auf das eingesetzte Eigenkapital — und profitiert massiv vom Hebel der Fremdfinanzierung. Dieser Unterschied ist der Grund, warum erfahrene Investoren oft lieber mehrere kleinere Objekte mit Finanzierung kaufen als ein großes ohne Kredit.

Eigenkapitalrendite (vor Steuern) = (Nettomieteinnahmen − Kreditzinsen) ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100

Rechenbeispiel: 270.000 € Gesamtinvestition, 80 % Finanzierung

PositionBetrag
Gesamtinvestition270.000 €
Eigenkapital (20 %)54.000 €
Fremdkapital (80 %)216.000 €
Kreditzins (3,5 % p.a.)7.560 €/Jahr
Nettomieteinnahmen (3,5 % Nettorendite)9.450 €/Jahr
Ertrag nach Zinsen1.890 €/Jahr
Eigenkapitalrendite3,5 % (1.890 ÷ 54.000)
Plus Tilgung (Vermögensaufbau)+ca. 2.700 €/Jahr (1,25 % Tilgung)
Gesamtrendite auf EK (inkl. Tilgung)8,5 % p.a.

Die Tilgung ist kein Kostenfaktor — sie ist Vermögensaufbau. Jeder getilgte Euro reduziert die Schulden und erhöht das Nettovermögen. Deshalb ist die Eigenkapitalrendite inkl. Tilgungseffekt deutlich attraktiver als die reine Mietrendite-Betrachtung.

Für die vollständige Renditeberechnung inkl. Steuer, Cashflow und Tilgungsplan: Kapitalanlage-Rechner →

Was ist eine gute Nettomietrendite?

NettomietrenditeBewertungTypische Situation
Unter 2,5 %KritischNegativer Cashflow, Zuzahlung nötig, nur bei Wertsteigerungsperspektive sinnvoll
2,5–3,0 %GrenzwertigSehr knapper bis leicht negativer Cashflow bei normaler Finanzierung
3,0–3,5 %AkzeptabelKleiner negativer Cashflow oder Break-even bei günstiger Finanzierung
3,5–5,0 %GutPositiver oder Break-even Cashflow, solider Vermögensaufbau
Über 5,0 %Sehr gutKlarer positiver Cashflow, schneller Vermögensaufbau möglich

Faustregel: Bei 80 % Finanzierung und 3,5 % Zinssatz ist eine Nettomietrendite von mindestens 3,5 % nötig, damit die Immobilie sich selbst trägt (Break-even Cashflow). Unter diesem Wert entstehen monatliche Zuzahlungen — was kurzfristig tolerierbar ist, aber ein solides Polster erfordert.

Häufige Fehler bei der Renditeberechnung

  • Nur Bruttomietrendite berechnen: Führt zu 1–2 % Überschätzung. Immer Kosten abziehen.
  • Kaufnebenkosten vergessen: 10–15 % des Kaufpreises erhöhen die Gesamtinvestition erheblich und drücken die Rendite.
  • Instandhaltung unterschätzen: Gerade bei Altbauten können 15–20 €/m²/Jahr nötig sein. 10 €/m²/Jahr ist ein konservatives Minimum.
  • Hausgeld falsch einrechnen: Nur der nicht-umlegbare Anteil (Instandhaltungsrücklage, Verwaltung) ist Kosten des Vermieters.
  • Leerstand ignorieren: Plane mindestens 2–4 Wochen Leerstand pro Jahr ein (ca. 2 % der Jahreskaltmiete als Reserve).
  • Warmmiete statt Kaltmiete: Für die Renditeberechnung immer nur die Nettokaltmiete verwenden.
  • Aktuelle Miete, nicht Marktmiete: Ein untervermietetes Objekt sieht auf dem Papier schlechter aus. Das Renditepotenzial beim nächsten Mieterwechsel kann höher sein.

Nettomietrendite verbessern: 5 konkrete Hebel

  1. Kaufpreis verhandeln: Jede 10.000 € Preisreduktion bei einem 250.000-Euro-Objekt verbessert die Rendite um ca. 0,15 Prozentpunkte.
  2. B-Lagen statt A-Lagen: In Leipzig, Halle, Magdeburg, Chemnitz sind Renditen von 4–6 % noch realistisch — bei gleichzeitig wachsenden Märkten.
  3. Hausverwaltung neu verhandeln: Ein günstigerer Vertrag (5 % statt 7 % der Miete) spart bei 10.000 € Jahresmiete 200 €/Jahr — dauerhaft.
  4. Modernisierung mit Mietanpassung: 8 % der umlagefähigen Modernisierungskosten dürfen jährlich auf die Miete umgelegt werden (innerhalb der gesetzlichen Grenzen).
  5. Miet-Unterausschöpfung nutzen: Untervermietete Objekte beim Kauf identifizieren und nach Mieterwechsel auf Marktniveau anheben — das erhöht die Rendite sofort.

FAQ: Nettomietrendite berechnen

Was ist eine gute Nettomietrendite?
Als Richtwert gilt: Mindestens 3,5 % damit sich die Immobilie bei 80 % Fremdfinanzierung und 3,5 % Zinssatz selbst trägt. Unter 2,5 % entsteht hoher monatlicher Zuzahlungsbedarf. Über 5 % gilt als sehr gut und ist in B/C-Lagen noch realistisch.

Wie berechnet man Nettomietrendite?
Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − jährliche Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100. Die Kosten umfassen Hausverwaltung (5–8 %), Instandhaltung (8–15 €/m²/Jahr), Mietausfallrisiko (2 %) und nicht umlegbare Betriebskosten.

Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttomietrendite?
Die Bruttomietrendite bezieht nur den Kaufpreis ein und berücksichtigt keine Kosten. Die Nettomietrendite zieht alle laufenden Kosten ab und bezieht die Kaufnebenkosten (8–12 % des Kaufpreises) in die Investitionsbasis ein. Die Differenz beträgt typischerweise 1–2 Prozentpunkte.

Was sind typische Kaufnebenkosten bei einer Immobilie?
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je Bundesland), Notar und Grundbuch (ca. 2 %), optional Maklerprovision (bis 3,57 %). Zusammen 8–12 % des Kaufpreises — diese müssen in die Gesamtinvestition eingerechnet werden. Aktuelle Kaufpreise nach PLZ im Preisatlas prüfen.

Wie unterscheidet sich die Nettomietrendite von der Eigenkapitalrendite?
Die Nettomietrendite misst den Ertrag auf die Gesamtinvestition (Kaufpreis + NK). Die Eigenkapitalrendite misst den Ertrag auf das eingesetzte Eigenkapital — durch den Fremdkapitalhebel liegt sie bei 80 % Finanzierung typisch 3–5× höher als die Nettomietrendite (vor Finanzierungskosten).

Gibt es einen Rechner für die Nettomietrendite?
Ja — der Rechner ganz oben auf dieser Seite berechnet sofort Bruttomietrendite, Nettomietrendite und Eigenkapitalrendite. Einfach Kaufpreis, Jahreskaltmiete, Kaufnebenkosten und laufende Kosten eingeben. Für die vollständige Analyse mit Cashflow, Tilgung und Steuer: Kapitalanlage-Rechner.

Kapitalanlage-Rechner (vollständig mit Cashflow & Steuer) → · Preisatlas: Kaufpreise nach PLZ → · Kaufpreisfaktor berechnen →

Unsere Einschätzung

Die Bruttomietrendite ist eine Marketingkennzahl. Makler nutzen sie, weil sie immer besser aussieht als die Wahrheit. Wer Immobilien als Kapitalanlage kauft, rechnet ausschließlich mit der Nettomietrendite — alles andere ist Wunschdenken.

Die Formel — und warum 80% sie falsch anwenden

Korrekte Nettomietrendite-Formel

(Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100

Bewirtschaftungskosten: Instandhaltung + Hausverwaltung + Leerstandsrisiko + nicht umlagefähige NK

Der häufigste Fehler: Bewirtschaftungskosten werden komplett weggelassen oder zu niedrig angesetzt. Das verfälscht die Rendite um 1–2 Prozentpunkte. Bei einem 300.000-Euro-Objekt sind das bis zu 6.000 Euro Renditeunterschied pro Jahr — kein Rechendetail, sondern kaufentscheidend.

Vollständiges Rechenbeispiel: 3-Zimmer-Wohnung, 68 qm, Leipzig-Connewitz

PositionBetragAnmerkung
Kaufpreis195.000 €Angebotspreise Connewitz 2025: 2.700–3.100 €/qm
Grunderwerbsteuer (5,5% Sachsen)+ 10.725 €Je Bundesland unterschiedlich, 3,5–6,5%
Notar + Grundbuch+ 3.900 €Ca. 2% des Kaufpreises
Maklerprovision (3,57%)+ 6.960 €Seit 2020 geteilt — oft verhandelbar
Gesamtkapitaleinsatz216.585 €
Kaltmiete/Monat800 €Mietspiegel Leipzig 2025: 7,80–9,20 €/qm
Jahreskaltmiete9.600 €
Instandhaltung (1,50 €/qm/Mon.)− 1.224 €Reservepflicht: mind. 1,00 €/qm/Mon. bei Bestand
Hausverwaltung (6% der Miete)− 576 €Marktüblich: 25–35 €/WE/Monat
Leerstand/Mietausfall (2%)− 192 €Leipzig: Leerstandsquote unter 3%
Nicht umlagefähige NK− 180 €Anteil Versicherung, WEG-Sonderumlage
Nettomieteinnahmen p.a.7.428 €
Nettomietrendite3,43%Gut für eine Großstadt

Zum Vergleich: Die Bruttomietrendite wäre 9.600 ÷ 195.000 × 100 = 4,92%. Der Unterschied von 1,49 Prozentpunkten ist nicht akademisch — er bestimmt, ob die Immobilie nach Steuer einen positiven Cashflow liefert.

Nettomietrendite-Rechner — eigene Immobilie berechnen

Nettomietrendite 2026: Was in deutschen Städten realistisch ist

StadtNettomietrendite (typisch)Kaufpreisfaktor (median)Bewertung
München1,5–2,2%38–46Rendite-schwach, Wertsteigerungswette
Hamburg2,2–3,0%30–38Solide, wenn Mikrolage stimmt
Berlin2,5–3,5%28–36Stark polarisiert — Lage entscheidet alles
Frankfurt a. M.2,0–2,8%33–40Büromigranten treiben Mieten — aber Kaufpreise auch
Köln2,8–3,5%26–32Unterschätzte Universitätsstadt
Leipzig3,2–4,5%20–28Bestes Rendite/Risiko-Verhältnis in DE (2025)
Dresden3,0–4,2%21–28Wachstum durch TSMC-Ansiedlung — früh einsteigen
Nürnberg2,8–3,6%24–30Solider B-Stadtstandard

Quellen: Engel & Völkers Marktbericht 2025, empirica-Regio, lokale Mietspiegel. Werte für Bestandswohnungen 60–90 qm, Bj. 1970–2000.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Renditeberechnung

1
Kaufnebenkosten ignorieren

Wer nur den Kaufpreis als Basis nimmt, überschatzt die Rendite um 0,3–0,8 Prozentpunkte. Bei 10% Nebenkosten kostet eine scheinbar 4%-Immobilie real nur 3,6%. Immer mit Gesamtkapitaleinsatz rechnen.

2
Instandhaltungsrücklage zu niedrig

Viele Einsteiger rechnen 0,50 €/qm/Monat — das reicht für normalen Verschleiß, nicht für eine Heizungserneuerung (8.000–15.000 €). Realistisch: 1,00–1,50 €/qm/Monat für Bestand.

3
Leerstand als null ansetzen

Zwischen Auszug und Neuvermietung vergehen meist 4–10 Wochen. Bei 12.000 € Jahresmiete kostet eine 6-Wochen-Vakanz 1.400 €. Mindestens 1,5% Leerstandsrisiko einplanen.

4
Finanzierungskosten mit Rendite vermischen

Rendite und Finanzierung sind zwei verschiedene Rechnungen. Die Nettomietrendite zeigt die Qualität des Objekts — unabhängig von Kredit oder Eigenkapital. Zinsen gehören in die Cashflow-Rechnung, nicht in die Renditeberechnung.

5
Aktuelle Miete statt Marktmiete nehmen

Eine langjährig untervermietete Wohnung mit 650 € in einem 800-€-Markt zeigt künstlich niedrige Rendite. Immer mit lokalem Mietspiegel gegenchecken.

Eigenkapitalrendite: Das Instrument der Fortgeschrittenen

Die Nettomietrendite misst den Ertrag auf das eingesetzte Gesamtkapital. Die Eigenkapitalrendite zeigt, was du auf dein eigenes Geld erzielst — und hier entfaltet der Hebel seine Wirkung.

SzenarioEK (20%)FremdkapitalNettomietrenditeEK-Rendite (nach Zins)
80% Finanzierung43.317 €173.268 €3,43%ca. 7,2%*
100% Eigenkapital216.585 €0 €3,43%3,43%

* Annahme: Zins 3,8% p.a., 30 Jahre, Tilgung 2%. EK-Rendite vor Steuern, vereinfacht. Hebel funktioniert nur solange Mietrendite > Finanzierungszins.

Das ist der Kern-Grund, warum Immobilien als Kapitalanlage so attraktiv sind. Den vollständigen Renditerechner findest du hier.

Wann ist eine Nettomietrendite "gut"? Unsere Grenzwerte 2026

NettomietrenditeBewertungUnser Fazit
Unter 2%Nicht investierbar (reine Rendite)Nur kaufen wenn Wertsteigerung fast sicher
2,0–2,9%Schwach, aber haltbarA-Städte: nur mit sehr niedrigen Zinsen positiv rentabel
3,0–3,9%Marktüblich für GroßstädteKaufen, wenn Finanzierungszins unter 3,5%
4,0–5,0%Gut — klarer positiver CashflowB-Städte, gute Randlagen: Kaufen
Über 5%Sehr gut — oder Warnsignal prüfenWarum ist es so günstig? Lage, Leerstand, Strukturwandel checken

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nettomietrendite = die einzige ehrliche Renditezahl beim Immobilienkauf
  • Immer Gesamtkapital (inkl. Nebenkosten) als Basis — nicht nur Kaufpreis
  • Bewirtschaftungskosten: mindestens 20–25% der Bruttomiete einplanen
  • Leipzig, Dresden, Augsburg: beste Nettomietrendite unter deutschen Großstädten 2025
  • Unter 3% Netto brauchst du eine sehr gute Wertsteigerungsstory — oder du lässt es

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettomietrendite?

Die Bruttomietrendite zieht keine Kosten ab: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Die Nettomietrendite berücksichtigt Instandhaltung, Verwaltung und nicht umlegbare Nebenkosten und bezieht auch die Kaufnebenkosten ein. Sie ist die aussagekräftigere Zahl.

Wie hoch sollte die Mietrendite sein, damit eine Immobilie sich lohnt?

Als Faustregel: Bruttomietrendite über 4%, Nettomietrendite über 3%. In Großstädten wie München ist oft nur 2,5–3% brutto realistisch — dort rechnet sich die Investition vor allem durch Wertsteigerung und den Hebeleffekt bei der Eigenkapitalrendite.

Kann ich die Nettomietrendite selbst berechnen?

Ja, mit dem kostenlosen Rendite-Rechner. Einfach Kaufpreis, Kaufnebenkosten, monatliche Kaltmiete und geschätzte laufende Kosten eingeben — du siehst sofort Brutto- und Nettomietrendite sowie die Eigenkapitalrendite.

Was ist die Nettorendite bei Immobilien?

Nettorendite Immobilien ist ein synonym für Nettomietrendite — beide Begriffe beschreiben dieselbe Kennzahl: die tatsächliche Rendite einer Immobilie nach Abzug aller laufenden Kosten (Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfall). Berechnung: (Jahreskaltmiete − jährliche Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100. Eine gute Nettorendite liegt 2026 bei über 3,0% — idealerweise über 3,5%, um Finanzierungskosten zu decken. A-Städte (München, Frankfurt) erreichen oft nur 1,5–2,5%, B-Städte wie Leipzig 3,5–5%.

Nettorendite Immobilien berechnen: Welche Kosten ziehe ich ab?

Für die Nettorendite bei Immobilien ziehst du folgende jährliche Kosten ab: 1) Nicht umlagefähige Nebenkosten (Instandhaltungsrücklage 1–2 €/qm/Monat), 2) Hausverwaltung (ca. 5–8% der Jahresmiete), 3) Leerstandsrisiko (1–2 Monatsmieten/Jahr als Reserve einkalkulieren), 4) Kaufnebenkosten erhöhen den Nenner (ca. 10% des Kaufpreises für Notar, Grunderwerbsteuer, Makler). Der Rendite-Rechner übernimmt diese Berechnung automatisch.

Wann lohnt sich eine Immobilie trotz niedriger Nettomietrendite?

Eine Nettomietrendite unter 3% lohnt sich trotzdem, wenn: (1) die Lage starke Wertsteigerung verspricht (A-Städte München, Hamburg), (2) der Hebeleffekt durch Fremdkapital die Eigenkapitalrendite auf 8–15%+ treibt, oder (3) Steuervorteile (AfA + Werbungskosten) die reale Belastung senken. Entscheidend ist die Gesamtrendite aus Mietrendite + Wertsteigerung + Steuereffekt.

Wie unterscheidet sich die Eigenkapitalrendite von der Nettomietrendite?

Die Nettomietrendite misst den Return auf den Gesamtkaufpreis (ohne Hebel). Die Eigenkapitalrendite misst nur den Return auf das eingesetzte Eigenkapital — und ist durch Fremdfinanzierung viel höher. Beispiel: 3% Nettomietrendite auf 300.000 Euro, aber 80% Fremdkapital = mögliche Eigenkapitalrendite von 10–15% auf die 60.000 Euro Eigenkapital.

Offizielle Quellen & Weiterführende Links

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bruttomietrendite: Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100 – schnell, aber ungenau
  • Nettomietrendite: (Miete − alle Kosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100 – die ehrliche Zahl
  • Richtwert: Brutto > 4%, Netto > 3% – unter 2,5% netto lohnt sich Immobilie selten
  • Kaufnebenkosten: 9–12% des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer + Notar + Makler) immer einrechnen
  • Steigerung: Höhere Miete, weniger Leerstand oder günstigerer Einkauf verbessern die Rendite sofort

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Nicht umlegbare Kosten = Hausverwaltung (ca. 5–8% der Miete) + Instandhaltungsrücklage (ca. 1–2 €/qm/Monat) + Mietausfallrisiko (ca. 2% p.a.)

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