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Kaufpreisfaktor Immobilien: Was ist gut und wie berechnest du ihn?

Kaufpreisfaktor Immobilien: Was ist gut und wie berechnest du ihn?

Der Kaufpreisfaktor – auch Vervielfaeltiger genannt – ist eine der wichtigsten Kennzahlen beim Immobilienkauf. Er zeigt, wie viele Jahresnettomieten du fuer eine Immobilie bezahlst. Je niedriger der Faktor, desto attraktiver die Rendite.

Was ist der Kaufpreisfaktor?

Der Kaufpreisfaktor gibt an, in wie vielen Jahren du den Kaufpreis einer Immobilie allein durch die Mieteinnahmen zurueckverdienen wuerdest – ohne Zinsen, Steuern oder Leerstand. Er ist ein schneller Vergleichswert fuer Investoren, der sofort zeigt ob eine Immobilie “teuer” oder “guenstig” bewertet ist.

Formel: Kaufpreisfaktor berechnen

Die Berechnung ist einfach:

Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete

Die Jahresnettomiete ist die Kaltmiete mal 12 Monate – ohne Nebenkosten oder Betriebskosten.

Wann ist ein Kaufpreisfaktor gut?

Als Faustregel gilt in Deutschland:

Kaufpreisfaktor Bewertung Rendite (Netto-Richtlinie)
Unter 20 Sehr gut > 5 % p.a.
20 – 25 Gut 4 – 5 % p.a.
25 – 30 Kritisch 3 – 4 % p.a.
Über 30 Schlecht (spekulativ) < 3 % p.a.

Hinweis: In Toplagen wie Muenchen oder Hamburg sind Faktoren von 35–40 keine Seltenheit. Dort spekulieren Kaeufer auf Wertsteigerung, nicht auf laufende Rendite.

Praxisbeispiel

Eine Wohnung in Duesseldorf kostet 280.000 EUR. Die monatliche Kaltmiete betraegt 950 EUR.

  • Jahresnettomiete: 950 × 12 = 11.400 EUR
  • Kaufpreisfaktor: 280.000 ÷ 11.400 = 24,6

Ergebnis: Kaufpreisfaktor 24,6 – das liegt im Bereich “gut”. Die Nettomietrendite liegt bei rund 4,1 % p.a. (vor Steuern und Kosten).

Kaufpreisfaktor vs. Mietrendite

Beide Kennzahlen messen dasselbe aus umgekehrter Perspektive:

  • Hoher Faktor = niedrige Rendite (teuer bezahlt)
  • Niedriger Faktor = hohe Rendite (guenstig gekauft)

Die exakte Nettomietrendite inklusive Nebenkosten, Verwaltung und Finanzierung berechnest du kostenlos in unserem Kapitalanlage-Rechner.

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Kaufpreisfaktor in deutschen Städten 2026

StadtKaufpreisfaktorBruttomietrenditeBewertung
München35–45x2,2–2,9%Teuer
Frankfurt28–35x2,9–3,6%Teuer
Hamburg27–33x3,0–3,7%Teuer
Berlin25–35x2,9–4,0%Gemischt
Leipzig18–25x4,0–5,6%Attraktiv
Dresden17–23x4,3–5,9%Attraktiv
Erfurt14–20x5,0–7,1%Günstig
Köln24–30x3,3–4,2%Teuer
Stuttgart26–33x3,0–3,8%Teuer
Düsseldorf24–30x3,3–4,2%Teuer
Hannover20–26x3,8–5,0%Mittel
Nürnberg20–26x3,8–5,0%Attraktiv
Augsburg21–27x3,7–4,8%Mittel
Bremen18–24x4,2–5,6%Attraktiv
Dortmund15–22x4,5–6,7%Attraktiv
Essen14–20x5,0–7,1%Günstig
Halle/Saale12–18x5,6–8,3%Sehr günstig
Chemnitz10–16x6,3–10,0%Sehr günstig
Rostock17–23x4,3–5,9%Attraktiv

Quelle: Eigene Auswertung Angebotspreise Q1 2026. KPF = Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete. Renditen sind Bruttowerte vor Nebenkosten.

Kaufpreisfaktor vs. Mietrendite: Der Zusammenhang

Kaufpreisfaktor und Mietrendite sind mathematisch verbunden: Mietrendite = 1 ÷ Kaufpreisfaktor × 100. Ein Faktor von 20 entspricht 5% Rendite, ein Faktor von 25 entspricht 4%. Je höher der Faktor, desto länger die rechnerische Amortisationszeit — und desto wichtiger wird Wertsteigerung für deinen Return. Nutze unseren Rendite-Rechner um beide Werte gleichzeitig zu berechnen.

Frau markiert Kaufpreisfaktoren und Renditekennzahlen mit Rotstift auf Finanzplan in Frankfurt
Kaufpreisfaktor im Fokus: Unter 25 ist die Daumenregel — darunter lohnt sich die Renditerechnung.

So prüfst du den Kaufpreisfaktor vor Ort

Der Kaufpreisfaktor auf dem Exposé ist oft nicht der echte — Angebotsmieten und tatsächliche Marktmieten können stark abweichen. So verifizierst du die Zahl:

Makler zeigt Wohnungsfotos und Exposé auf iPad beim Kaufgespräch in Köln
Exposé prüfen: Angegebene Miete mit Mietspiegel der Stadt vergleichen
Investorin notiert Kaufpreisfaktor und Mietdaten auf Klemmbrett bei Wohnungsbesichtigung
Vor-Ort-Check: Zustand, Heizung, Fenster — alles beeinflusst den realen Wert
Investoren-Paar bei Besichtigung auf Balkon mit Ausblick in Stuttgart
Lage einschätzen: Balkon, Aussicht, Mikrolage — beeinflusst Mietpreis direkt

Kaufpreisfaktor sofort berechnen: Kostenloser Rendite-Rechner → · Nettomietrendite: Formel & Hamburg-Beispiel · Steuern: AfA & Werbungskosten

Kaufpreisfaktor-Ampel: Wann ist ein Objekt zu teuer?

Der Kaufpreisfaktor allein sagt wenig — entscheidend ist der Vergleich mit dem Marktumfeld und dem persönlichen Renditeziel. Diese Ampel zeigt, wie du einen KF einordnen solltest:

KaufpreisfaktorBruttomietrenditeEinschätzungStrategie
Unter 15xüber 6,7%Sehr günstig — aber Vorsicht: Warum so billig? Strukturschwache Lage, Leerstand, Sanierungsbedarf prüfenNur mit Ortskenntnis und Puffer kaufen
15–20x5,0–6,7%Attraktiv — typisch für B/C-Städte mit stabilem MietmarktRenditeobjekt, Cashflow-Fokus
20–25x4,0–5,0%Marktüblich — ausgewogenes Rendite-Risiko-VerhältnisBalanced-Strategie, Wachstumslage wichtig
25–30x3,3–4,0%Teuer — Mietrendite allein trägt nicht, Wertsteigerung nötigNur A-Lagen mit klarem Wachstumstrend
Über 30xunter 3,3%Sehr teuer — Rendite rein über Mieteinnahmen kaum darstellbarNur bei starker Wertsteigerungserwartung (München)

Faustregel für Einsteiger: Kaufpreisfaktor unter 25 anstreben — alles darüber erfordert eine klare Wertsteigerungs-Thesis. Warnsignale beim Exposé: Angegebene Mieten über dem Mietspiegel? Immer mit lokalen Daten gegenprüfen. Nettomietrendite: So berechnest du die echte Rendite nach Kosten · Rendite berechnen: Kostenloser Rechner → · Städtevergleich: KF nach Stadt 2026

Häufige Fragen

Was ist ein guter Kaufpreisfaktor für eine Immobilie?

Ein Kaufpreisfaktor unter 20 gilt als günstig, 20–25 ist marktüblich in guten Lagen, über 30 ist teuer. In München oder Berlin sind Faktoren von 30–40 keine Seltenheit.

Wie berechnet man den Kaufpreisfaktor?

Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete. Beispiel: Kaufpreis 300.000 Euro, Miete 1.000 Euro/Monat = 12.000 Euro/Jahr → Kaufpreisfaktor 25.

Was sagt der Kaufpreisfaktor aus?

Er zeigt, in wie vielen Jahren sich die Immobilie durch Mieteinnahmen rechnerisch amortisiert — ohne Zinsen, Kosten und Wertsteigerung. Je niedriger, desto rentabler das Objekt.

Wie unterscheidet sich Kaufpreisfaktor vom Vervielfältiger?

Kaufpreisfaktor und Vervielfältiger sind dasselbe — beide bezeichnen das Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresnettokaltmiete. In der Praxis werden beide Begriffe synonym verwendet. Manchmal bezieht sich "Vervielfältiger" auf die Bruttomiete, "Kaufpreisfaktor" auf die Nettomiete — am besten immer nachfragen, welche Basis gemeint ist.

Ab welchem Kaufpreisfaktor lohnt sich eine Immobilie in München noch?

In München sind Faktoren von 35–45 üblich. Sie rechnen sich nur, wenn man auf langfristige Wertsteigerung setzt — nicht auf laufende Mietrendite. Die Eigenkapitalrendite bleibt interessant durch Hebel und Steuervorteile, aber der Cashflow ist meist leicht negativ. Wichtig: 10–15 Jahre Horizont und hohe Bonität für gute Finanzierungskonditionen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Formel: Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete
  • Bewertung: Unter 20 = günstig, 20–25 = marktüblich, über 30 = teuer
  • Städte 2026: München 35–45x · Berlin 25–35x · Leipzig 18–25x
  • Kehrwert: KF 25 = 4% Bruttomietrendite — KF und Rendite sind mathematisch verbunden

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