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Mietwohnung kaufen und vermieten: Was du wirklich wissen musst

Mietwohnung kaufen und vermieten: Was du wirklich wissen musst

Eine Mietwohnung kaufen und vermieten — das klingt einfacher als es ist. Wer es richtig macht, baut sich ein passives Einkommen auf und profitiert langfristig von Wertsteigerung und Steuervorteilen. Wer es falsch macht, bindet Kapital in einem Objekt, das monatlich Geld kostet statt bringt. Dieser Leitfaden zeigt dir, worauf es wirklich ankommt.

Warum Mietwohnung statt Eigenheim?

Das Eigenheim ist für viele der Traum — aber als Kapitalanlage ist es oft das schlechtere Instrument. Bei einer Mietwohnung als Kapitalanlage zahlt der Mieter die Finanzierung mit. Du nutzt Fremdkapital, um ein Vermögen aufzubauen, ohne es komplett selbst finanzieren zu müssen.

Der entscheidende Unterschied: Ein Eigenheim ist Konsum. Eine Mietwohnung ist ein Asset. Die Immobilie arbeitet für dich — vorausgesetzt, du hast sie richtig ausgewählt und finanziert.

Dazu kommt der steuerliche Vorteil: Zinsen, Abschreibungen (AfA) und Instandhaltungskosten sind absetzbar. Beim Eigenheim entfällt dieser Hebel vollständig.

Die richtige Wohnung finden

Die drei wichtigsten Faktoren beim Kauf einer Mietwohnung sind: Lage, Lage, Lage — aber nicht im Premium-Segment. Mittellagen in wirtschaftsstarken Städten liefern oft bessere Renditen als Toplage-Objekte mit Kaufpreisfaktoren über 35.

Worauf du achten solltest:

  • Mietspiegel: Vergleiche die aktuelle Miete mit dem lokalen Mietspiegel. Liegt sie darunter, besteht Mieterhöhungspotenzial. Liegt sie drüber, ist Vorsicht geboten.
  • Kaufpreisfaktor: Der Kaufpreisfaktor zeigt, wie viele Jahresnettomieten du zahlst. Werte unter 25 sind gut, über 30 brauchen eine Sonderbegründung.
  • Zustand und Baujahr: Ältere Objekte haben höhere Instandhaltungskosten. Sanierungsbedarf bei Heizung, Dach oder Fenster frisst Rendite. Immer einen Bausachverständigen einschalten.
  • Leerstandsrisiko: Wie hoch ist die Nachfrage in der Mikrolage? Infrastruktur, Anbindung, Arbeitgeber in der Nähe — das entscheidet über Leerstandszeiten.

Finanzierung und Eigenkapital

Faustregel: Mindestens 20 Prozent Eigenkapital plus Kaufnebenkosten (ca. 10–12 Prozent für Notar, Grunderwerbsteuer, Makler). Wer mit weniger Eigenkapital einsteigt, zahlt höhere Zinsen und riskiert eine negative Cashflow-Situation.

Wichtig: Die Bank bewertet nicht nur dein Einkommen, sondern auch das Objekt. Ein Gutachter-Wert unter dem Kaufpreis kann die Finanzierung gefährden. Details zur optimalen Finanzierungsstruktur findest du im Guide zu Immobilienfinanzierung 2026.

Tipp: Vergleiche mindestens 3–5 Bankangebote. Die Zinsdifferenz von 0,3 Prozent über 20 Jahre summiert sich auf zehntausende Euro.

Mieter finden und Mietvertrag gestalten

Ein guter Mieter ist die halbe Rendite. Bonitätsprüfung (SCHUFA), Einkommensnachweise und Selbstauskunft sind Pflicht — nicht Kür. Drei Nettomieten als Kaution sichern dich gegen Schäden ab.

Beim Mietvertrag: Nutze einen aktuellen Standardvertrag des Haus & Grund Verbands oder eines Fachanwalts. Wichtige Klauseln betreffen Kleinreparaturen, Schönheitsreparaturen und Tierhaltung. Falsch formulierte Klauseln sind oft unwirksam.

Indexmietverträge sind in Hochinflationsphasen attraktiv — sie koppeln die Miete an den Verbraucherpreisindex. Staffelmietverträge bieten planbare Mietsteigerungen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, je nach Marktlage.

Laufende Kosten und Steuern

Viele Einsteiger unterschätzen die laufenden Kosten. Nicht umlagefähige Kosten wie Hausverwaltung, Instandhaltungsrücklage und Verwaltungsgebühren schmälern die Nettorendite erheblich.

Auf der Steuerseite: Mieteinnahmen sind steuerpflichtig, aber Zinsen, AfA (2 Prozent p.a. bei Baujahr nach 1925, 2,5 Prozent davor), Reparaturkosten und Verwaltungskosten sind absetzbar. Bei höherem Einkommen lohnt sich eine GmbH-Struktur — mehr dazu im Guide zu Immobilien und Steuern.

Wichtig: Nach 10 Jahren Haltedauer entfällt die Spekulationssteuer auf Veräußerungsgewinne (Ausnahme: Gewerblicher Grundstückshandel).

Fazit: Lohnt es sich?

Eine Mietwohnung kaufen und vermieten lohnt sich — wenn du die richtige Immobilie zum richtigen Preis kaufst und solide finanzierst. Der häufigste Fehler: Emotionales Kaufen, ohne die Zahlen zu prüfen.

Berechne vor jedem Kauf mindestens Bruttorendite, Nettorendite und Cashflow nach Finanzierung. Unser Rendite-Rechner macht das in Sekunden.

Mietwohnung kaufen: Die Checkliste

1
Exposé und Grundriss analysieren

Grundriss auf Flächeneffizienz prüfen: Nutzfläche vs. Wohnfläche, Raumzuschnitte, Lagefaktoren (Erdgeschoss = schlechter Mietpreis, Südbalkon = besser).

2
Mietpreise recherchieren

Ortsübliche Miete per ImmoScout, ImmobilienScout24, Mietspiegel prüfen. Bestehende Miete mit Marktmiete vergleichen — Mieterhöhungspotenzial ist entscheidend für die Rendite.

3
Kaufpreisfaktor berechnen

Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete. Unter 25 anstreben. Unser Kaufpreisfaktor-Rechner hilft dabei.

4
Hausgeldabrechnung anfordern

Die letzten 3 Jahresabrechnungen zeigen: Instandhaltungsrücklage, Beschlüsse, ausstehende Sanierungen. Niedrige Rücklage = Sonderumlage-Risiko.

5
Finanzierung sicherstellen

Vorab-Finanzierungszusage einholen, Eigenkapital inklusive Kaufnebenkosten sicherstellen. Rendite mit unserem Rechner prüfen.

Was kostet eine vermietete Wohnung wirklich?

PositionMonatliche Kosten (Beispiel 60 qm, 900 €/Mon.)
Kreditrate (300k, 4%, 2% Tilgung)ca. 1.500 €
Instandhaltungsrücklageca. 90 €
Hausverwaltungca. 60 €
Nicht umlegbare NKca. 30 €
Gesamt Ausgabenca. 1.680 €
Mieteinnahmen900 €
Monatliches Minus (vor Steuern)−780 €
Steuerersparnis (AfA + Zinsen)ca. +350 €
Effektives Minusca. −430 €

Das klingt negativ — aber: Gleichzeitig wird Vermögen aufgebaut (Tilgung + Wertsteigerung). Bei diesem Beispiel entsteht durch Tilgung (~500 €/Mon.) + Wertsteigerung (~200 €/Mon.) ein Vermögenszuwachs von ca. 700 €/Monat. Mehr dazu: Nettomietrendite genau berechnen.

Paar beim Bankgespräch zur Immobilienfinanzierung mit Unterlagen in Köln
Ein Bankgespräch gut vorbereiten: Eigenkapitalnachweis, Objektdaten und Finanzierungszweck mitbringen.

Was du bei der Besichtigung checken musst

Die Besichtigung entscheidet. Was auf Fotos gut aussieht, kann vor Ort teuer werden. Diese Punkte gehören auf deine Checkliste:

Makler öffnet Tür zur Mietwohnung für Käufer-Paar in München zur Besichtigung
Ersteindruck: Treppenhaus, Klingeln, Briefkästen, Eingangsbereich
Investor prüft Wandzustand und Bausubstanz einer Wohnung in Hamburg
Bausubstanz: Feuchtigkeit, Wände, Fenster, Heizung — auf Mängel klopfen
Investor macht Notizen bei Wohnungsbesichtigung in Leipzig
Dokumentation: Fotos, Notizen, Mängelliste — alles festhalten

Wichtige Fragen an den Makler: Wie lange ist die Wohnung vermietet? Hat der Mieter einen unbefristeten Vertrag? Gibt es ausstehende Sonderumlagen? Nächster Schritt: Erste Wohnung kaufen — Schritt für Schritt · Rendite prüfen: Kostenloser Rechner →

Wohnungsübergabe: Rechtssicher als Vermieter starten

Die Übergabe ist der wichtigste Moment zwischen Kauf und Vermietung. Wer hier nachlässig ist, haftet später für Schäden, die der Mieter verursacht hat. Ein sauberes Übergabeprotokoll schützt dich rechtlich und schafft Klarheit für beide Seiten. So läuft eine professionelle Übergabe ab:

Käufer-Paar empfängt Schlüssel vom Makler bei Wohnungsübergabe in München
Schlüsselübergabe: Alle Schlüssel dokumentiert übergeben — Anzahl ins Protokoll
Vermieter notiert Mängel und Zählerstände ins Begehungsprotokoll einer Wohnung in Köln
Protokoll führen: Zählerstände, vorhandene Mängel, Zustand aller Räume dokumentieren
Sachverständige fotografiert Wohnungszustand bei Begehungsprotokoll in Hamburg
Fotodokumentation: Jeden Raum fotografieren — Zeitstempel als Beweissicherung

Steuern als Vermieter: AfA & Werbungskosten · Eigenkapital aufbauen: Strategien für die nächste Wohnung · Rendite berechnen: Kostenloser Rechner →

Checkliste Besichtigung: Diese 20 Punkte vor dem Kauf prüfen

Investorin notiert Besichtigungsergebnisse auf Klemmbrett bei Wohnungsbesichtigung in Köln
Besichtigung mit System: Wer eine Checkliste mitbringt, kauft keine Überraschungen mit.

Besichtigungs-Checkliste (ausdruckbar)

Gebäude & Außen
  • Fassadenzustand (Risse, Feuchtigkeitsflecken?)
  • Dach: Alter, letzte Sanierung
  • Keller: trocken, nutzbar?
  • Aufzug vorhanden und funktionsfähig?
  • Müllplatz, Fahrradkeller, Außenanlagen
Wohnung innen
  • Fenster: Dreifachverglasung oder Zuglöcher?
  • Heizung: Typ und Baujahr (Gasetagenheizung = Risiko)
  • Boden: Parkettqualität, Fliesen auf Hohlklang prüfen
  • Feuchtigkeitsspuren in Ecken, hinter Heizkörpern
  • Elektrik: FI-Schutzschalter vorhanden, Sicherungskasten modern?
WEG & Dokumente
  • Hausgeldabrechnung letzte 3 Jahre
  • Instandhaltungsrücklage: Mindestens 30–50 €/qm angespart
  • Offene Sonderumlagen oder geplante Sanierungen?
  • Energieausweis: Klasse und Erstellungsjahr
  • Mietvertrag: Befristet oder unbefristet, Kündigungsschutz?
Lage & Markt
  • ÖPNV-Verbindung: Bus/U-Bahn Gehminuten?
  • Nahversorgung (Supermarkt, Apotheke) in Laufweite
  • Kaufpreisfaktor berechnen und mit Markt vergleichen
  • Mietspiegel prüfen: Mieterhöhungspotenzial realistisch?
  • Leerstandsquote im Stadtgebiet unter 3%?

Rendite sofort prüfen: Kostenloser Rendite-Rechner → · Kaufpreisfaktor verstehen: Kaufpreisfaktor erklärt

Mietrecht-Essentials für neue Vermieter

Als Vermieter bist du an das Mietrecht gebunden — das schützt dich und deinen Mieter. Diese 8 Kernregeln musst du kennen, bevor du die erste Wohnung vermietest:

ThemaRegelungDeine Handlung
MietkautionMax. 3 Monatsnettokaltmieten (§ 551 BGB)Separates Kautionskonto führen — nicht mit eigenem Geld vermischen
MieterhöhungMax. 20% in 3 Jahren (in angespannten Märkten 15%) auf ortsübliche Vergleichsmiete — §558 BGBMietspiegel prüfen, 60 Tage Ankündigungsfrist einhalten
MietpreisbremseBei Neuvermietung max. 10% über ortsüblicher Vergleichsmiete (gilt in angespannten Märkten)Lokale Mietpreisbremse vor Inserierung prüfen
SchönheitsreparaturenStandard-AGB-Klauseln (starre Fristen) sind unwirksam seit BGH-Urteil 2015Nur individuell vereinbarte, flexible Renovierungsklauseln im Mietvertrag verwenden
NebenkostenabrechnungJährlich bis 31.12. des Folgejahres — Verpflichtung wenn Vorauszahlung vereinbartAlle Belege sammeln, nicht umlagefähige Kosten selbst tragen
EigenbedarfskündigungErlaubt bei echtem Eigenbedarf — Kündigungsfrist 3 Monate (bis 5J.) bis 9 Monate (ab 8J.)Nur bei wirklichem Bedarf — Schadensersatz bei Täuschung möglich
WohnungsübergabeKeine gesetzliche Pflicht für Protokoll — aber de facto BeweismittelImmer Übergabeprotokoll mit Fotos anfertigen (Zeitstempel!)
RauchmelderPflicht in allen Bundesländern — i.d.R. Pflicht zur Installation durch VermieterDIN-konforme Rauchmelder installieren, Wartungsnachweis führen

Wichtig: Mietrecht ist komplex und ändert sich. Bei Zweifelsfällen (Kündigung, Mieterhöhung, Streitigkeiten) immer rechtliche Beratung einholen. Vermieter-Verbände wie Haus & Grund bieten günstige Mitgliedschaften inkl. Rechtsberatung.

Rendite berechnen: Kostenloser Rechner → · Steuern optimieren: AfA & Werbungskosten · Erste Wohnung: Schritt-für-Schritt Guide

Den ersten Mieter finden: So läuft die Mieterauswahl professionell

Nach dem Kauf ist die erste Vermietung der wichtigste Schritt. Ein schlechter Mieter kostet mehr als ein leerer Monat — Mietrückstände, Beschädigungen und der aufwändige Kündigungsprozess summieren sich schnell auf mehrere tausend Euro. Diese 5-Schritt-Methode schützt dich:

1
Miete korrekt festlegen

Ortsübliche Vergleichsmiete recherchieren (lokaler Mietspiegel, Portale wie ImmoScout24, Immowelt). In angespannten Märkten gilt die Mietpreisbremse: max. 10% über Vergleichsmiete bei Neuvermietung. Zu hoch ansetzen = lange Leerstandsdauer. Zu niedrig = Ertrag verloren. Ziel: marktgerecht mit 5–10% Luft nach oben.

2
Exposé mit Profi-Fotos inserieren

Fotos bei Tageslicht, aufgeräumt, Weitwinkel. Pflichtangaben im Inserat: Wohnfläche, Zimmeranzahl, Nettokaltmiete, Nebenkosten, Energieausweis-Klasse. Plattformen: ImmoScout24 (beste Reichweite), eBay-Kleinanzeigen (kostenlos, lokale Anfragen), Facebook-Marketplace. Beschreibung: Lage, ÖPNV-Anbindung, Besonderheiten.

3
Selbstauskunft anfordern

Vor der Besichtigung: Kurzanfrage per E-Mail mit Mieter-Selbstauskunft. Pflichtangaben: Name, Geburtsdatum, aktuelle Adresse, Arbeitgeber, monatliches Nettoeinkommen, Anzahl Personen + Haustiere. Mietinteressenten mit unvollständiger Selbstauskunft weiterleiten.

4
Bonität prüfen

Von Wunschmietern immer anfordern: (1) SCHUFA-Eigenauskunft (max. 3 Monate alt), (2) Einkommensnachweise der letzten 3 Monate, (3) bei Selbstständigen: letzter Steuerbescheid. Faustregel: Nettomiete max. 30–35% des Nettoeinkommens des Mieters. Bei 900 Euro Miete: mindestens 2.500–3.000 Euro Nettoeinkommen.

5
Mietvertrag + Übergabe

Standardmietvertrag des Deutschen Mieterbunds oder der Vermieter-Verbände verwenden (Haus & Grund). Kaution vereinbaren (max. 3 Kaltmieten), auf getrenntem Konto verwahren. Übergabeprotokoll mit Fotos, Zählerständen und allen Schlüsseln. Damit schützt du dich vor späteren Streitigkeiten.

Unterlagen vom MieterWarum wichtigWann?
SCHUFA-SelbstauskunftZeigt Zahlungshistorie und offene SchuldenVor Mietvertragsunterzeichnung
Einkommensnachweise (3 Monate)Sicherstellt, dass Miete tragbar istVor Mietvertragsunterzeichnung
Letzter MietschuldenfreiheitsbescheinigungZeigt, ob Mieter beim Vorvermieter zahlteOptional, aber empfohlen
Personalausweis-KopieIdentitätsverifizierung für MietvertragBei Vertragsunterzeichnung

Wichtig: Du darfst einen Mieter aus sachlichem Grund ablehnen — Bonität, Einkommen, Tiere, zu viele Personen für die Fläche. Nicht erlaubt ist Ablehnung wegen Herkunft, Religion oder Behinderung (AGG). Im Zweifel: Auswahl gut dokumentieren.

Übergabeprotokoll: Was bei Einzug und Auszug zu dokumentieren ist

Das Übergabeprotokoll ist das wichtigste Dokument zwischen Vermieter und Mieter — es schützt beide Seiten. Ohne schriftliches Protokoll bei Einzug verlierst du als Vermieter bei Streit fast immer. Mit korrektem Protokoll hast du rechtssichere Grundlage für Schadensersatz und Kautionsabzug. Muss von beiden Parteien unterschrieben werden.

PositionWas dokumentierenEinzugAuszug
ZählerständeStrom, Gas, Wasser — exakte Zählernummern und StändePflichtPflicht
SchlüsselAnzahl und Art: Wohnungsschlüssel, Briefkasten, Keller, HaustürPflichtPflicht — fehlende Schlüssel = Kosten
Wände & BödenSchäden, Flecken, Kratzer mit Fotos dokumentierenExakter Zustand beschreibenVergleich mit Einzug
Fenster & TürenFunktion, Dichtungen, Schlösser prüfenMängel notierenAbnutzung vs. Schaden unterscheiden
Einbauküche/InventarFunktion, Kratzer, ReparaturbedarfZustand pro GerätVergleich, Ersatzansprüche klären
Bad & SanitärFugen, Silikone, Armaturen, AblaufFotos empfohlenSchimmel, Kalkschäden prüfen
FotosAlle Räume, Mängel aus mehreren WinkelnDatum + Uhrzeit in EXIFGleiche Perspektiven wie bei Einzug

Was normale Abnutzung ist (kein Schadensersatz): Streifige Wände durch normalen Gebrauch, leichte Abnutzung von Böden, verblasste Farben. Was als Schaden gilt: Löcher in Wänden, tiefe Kratzer im Boden, Schäden durch Feuchtigkeit bei fehlendem Lüften, beschädigte Einbaugeräte. Wichtig: Als Vermieter darfst du nur Schäden abziehen, die über normale Abnutzung hinausgehen. Der Kautions-Einbehalt muss konkret beziffert und belegt sein.

Übergabeprotokoll als PDF: Muster kostenlos beim deutschen Mieterbund oder Haus & Grund verfügbar. Empfehlung: Protokoll immer ausdrucken und vor Ort gemeinsam ausfüllen und unterschreiben lassen.

Steuern als Vermieter: AfA & Werbungskosten erklärt · Zweite Wohnung finanzieren: Eigenkapital aufbauen · Rendite prüfen: Kostenloser Rechner →

Als Vermieter richtig versichert: 4 Pflicht-Versicherungen

Viele Einsteiger kaufen ihre erste Mietwohnung und vergessen die Versicherungen vollständig. Ein Wasserschaden, ein Mietausfall oder ein Haftpflichtfall kann die Jahresrendite vollständig vernichten. Diese 4 Versicherungen sind für jeden Vermieter Pflicht:

VersicherungWas sie abdecktTypische Kosten/JahrAbsetzbar?
GebäudeversicherungFeuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser — schützt die Bausubstanz. Pflicht bei Kredit, faktisch immer nötig.200–600 € (je nach Wert & Lage)Ja, 100% als Werbungskosten
Haus- & Grundbesitzer-HaftpflichtSchutz wenn jemand auf deinem Grundstück oder deiner Immobilie zu Schaden kommt (Sturz auf Treppe, Eiszapfen auf Passant). Bei ETW: oft über WEG abgedeckt prüfen.80–250 € / JahrJa, 100% als Werbungskosten
MietausfallversicherungZahlt die Miete, wenn der Mieter nicht zahlt oder insolvent ist. Besonders sinnvoll bei erstmaligem Vermieten oder unsicherer Mieterbonitätslage.2–5% der JahresnettokaltmieteJa, 100% als Werbungskosten
Rechtsschutzversicherung (Vermieter)Deckt Anwalts- und Gerichtskosten bei Mietstreitigkeiten — Räumungsklagen können 5.000–20.000 € kosten und 1–2 Jahre dauern. Ohne Rechtsschutz ein existenzielles Risiko.150–400 € / JahrJa, anteilig als Werbungskosten

Wichtig: Bei einer Eigentumswohnung (ETW) in einer WEG ist die Gebäudeversicherung meist über die Gemeinschaft abgedeckt — im Hausgeld enthalten. Prüfe die WEG-Unterlagen. Die Haftpflicht für das Sondereigentum (deine Wohnung) ist oft eine separate Ergänzungspolice. Bei einem freistehenden Mehrfamilienhaus trägst du alle Versicherungen selbst. Alle 4 Versicherungen sind vollständig als Werbungskosten steuerlich absetzbar — sie reduzieren deine Steuerlast und kosten nach Steuereffekt nur 55–65% des Bruttobetrags.

Versicherungskosten in die Rendite einrechnen: Kostenloser Rendite-Rechner → · Steuern: Werbungskosten vollständig absetzen · Mietrecht: Alle Begriffe im Glossar

Modernisierungsumlage: Legal Miete erhöhen nach Sanierung

Als Vermieter kannst du nach einer Modernisierung die Jahresmiete um 8% der aufgewendeten Modernisierungskosten dauerhaft erhöhen (§ 559 BGB). Das ist der stärkste legale Mieterhöhungsweg — und gleichzeitig ein Rendite-Hebel für Value-Add-Investoren.

ModernisierungsmaßnahmeTypische KostenJährliche Mieterhöhung (8%)Monatlich extra
Neue Heizung (z.B. Wärmepumpe)15.000–25.000 €1.200–2.000 €/Jahr100–167 €
Bad-Modernisierung (komplett)10.000–20.000 €800–1.600 €/Jahr67–133 €
Neue Fenster (3-fach-Verglasung)5.000–12.000 €400–960 €/Jahr33–80 €
Fassadendämmung20.000–40.000 €1.600–3.200 €/Jahr133–267 €
Kombination: Bad + Heizung + Fenster30.000–55.000 €2.400–4.400 €/Jahr200–367 €

Wichtige Regeln:

  • Ankündigung 3 Monate vor Beginn der Modernisierung schriftlich an Mieter
  • Kappungsgrenze: Max. 3 €/qm/Monat Erhöhung in 6 Jahren (in Gebieten mit Wohnraumknappheit: 2 €/qm)
  • Instandhaltungsanteil der Maßnahme darf nicht angerechnet werden (z.B. bei Badewanne: nur Modernisierungsanteil)
  • Nur echte Modernisierungen (Verbesserung des Wohnwerts) — nicht reine Instandhaltungen

KfW-Förderung kombinieren: KfW-Programme für Vermieter · Rendite nach Modernisierung berechnen: Kostenloser Rechner → · Steuer: Modernisierung steuerlich absetzen

WEG verstehen: Was eine Eigentümergemeinschaft für ETW-Investoren bedeutet

Wer eine Eigentumswohnung (ETW) kauft, wird automatisch Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Die WEG verwaltet das gesamte Gebäude — und du hast Rechte und Pflichten als Mitglied. Das wichtigste Wissen auf einen Blick:

WEG-ElementWas das bedeutetFür Investoren wichtig
HausgeldMonatliche Vorauszahlung für Betriebskosten, Instandhaltungsrücklage und Verwaltungsgebühren. Typisch: 2–4 €/qm/Mon.Nicht vollständig auf Mieter umlegbar — Instandhaltungsrücklage trägt der Eigentümer selbst
InstandhaltungsrücklageTeil des Hausgelds für zukünftige Sanierungen (Dach, Heizung, Fassade). Empfehlung: mind. 1 €/qm/Mon.Niedrige Rücklage = Sonderumlage-Risiko. Immer Hausgeldabrechnungen der letzten 3 Jahre prüfen!
EigentümerversammlungJährliche Versammlung aller ETW-Eigentümer. Beschlüsse über Sanierungen, Verwalterwahl, Budget.Teilnahme empfohlen — hier werden kostspielige Sanierungen beschlossen (Dachsanierung 5.000–20.000 €/WE)
SonderumlageEinmalige Zahlung für ungeplante Kosten wenn Rücklage nicht reicht.Kann mehrere tausend Euro betragen — bei Kauf prüfen, ob Sanierungen bereits beschlossen
GemeinschaftseigentumAlles außerhalb deiner Wohnung: Treppenhaus, Keller, Fassade, Dach, Heizung.Kosten für Gemeinschaftseigentum trägt die WEG (dein Anteil = Miteigentumsanteil)

Praxis-Tipp Kaufprüfung: Beim Notar die letzten 3 Hausgeld-Jahresabrechnungen, das aktuelle Protokoll der Eigentümerversammlung und den Wirtschaftsplan anfordern. Hohe Rücklage + keine beschlossenen Sanierungen = grünes Licht. Käufer-Checkliste: 30 Tipps für Kapitalanleger → · Finanzierung: Kredit inkl. Hausgeld kalkulieren · Steuern: Was ist steuerlich absetzbar?

Häufige Fragen

Was muss ich beim Kauf einer Mietwohnung beachten?

Lage (Bevölkerungsentwicklung, ÖPNV, Nahversorgung), Kaufpreisfaktor (unter 25 anstreben), Zustand (Reparaturbedarf kalkulieren), bestehende Miete vs. Marktmiete, Hausgeldabrechnung der letzten 3 Jahre und Höhe der Instandhaltungsrücklage.

Wie berechne ich den Cashflow einer Mietwohnung?

Cashflow = Kaltmiete − Kreditrate − Hausverwaltung − Instandhaltungsrücklage − nicht umlegbare Nebenkosten. Ziel: mindestens neutral oder leicht positiv. Durch AfA und Zinsenabzug verringert sich die Steuerlast, was den effektiven Cashflow verbessert.

Welche Rendite ist realistisch für eine Mietwohnung?

In deutschen Großstädten: 2,5–4% Bruttomietrendite. In B-Städten: 4–6%. Die Eigenkapitalrendite kann durch den Hebel auf 10–20%+ steigen. Wichtiger als die Bruttorendite ist die Eigenkapitalrendite nach Steuern.

Wie lange sollte ein Mietvertrag laufen?

Unbefristete Mietverträge sind Standard und für Vermieter meist sicherer — kein Ablaufdatum, Kündigung nur aus wichtigem Grund (Eigenbedarf, Zahlungsverzug). Zeitlich befristete Mietverträge sind nur aus bestimmten Gründen möglich (§ 575 BGB) — zum Beispiel wenn du selbst einziehen willst. Ein unbefristeter Mietvertrag mit marktüblicher Miete ist für Kapitalanleger die beste Basis.

Wie erhöhe ich die Miete als Vermieter legal?

Im laufenden Mietverhältnis: Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (max. 20% in 3 Jahren), begründet durch Mietspiegel. Bei Neuvermietung gilt die Mietpreisbremse (max. 10% über Vergleichsmiete in angespannten Märkten). Modernisierungskosten können zu 8% auf die Jahresmiete umgelegt werden (§ 559 BGB).

Was muss ich beim Übergabeprotokoll beachten?

Das Übergabeprotokoll muss von beiden Parteien unterschrieben werden und folgendes enthalten: alle Zählerstände (Strom, Gas, Wasser) mit Zählernummern, Anzahl und Art der übergebenen Schlüssel, dokumentierten Zustand aller Räume mit Fotos (Datum in EXIF), alle vorhandenen Mängel exakt beschrieben. Ohne Protokoll beim Einzug kannst du als Vermieter bei Auszug fast keine Schadensersatzansprüche durchsetzen — der Mieter kann behaupten, Schäden seien schon bei Einzug vorhanden gewesen. Tipp: Beim Auszug Fotos aus denselben Winkeln wie beim Einzug machen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kaufpreisfaktor: Unter 25 anstreben — das ist dein wichtigstes Selektionskriterium
  • Hausgeldabrechnung: Letzte 3 Jahre anfordern — niedrige Rücklage = Sonderumlage-Risiko
  • Mietpreis checken: Bestehende Miete mit Mietspiegel vergleichen — Mieterhöhungspotenzial ist Rendite
  • Cashflow-Rechnung: Rate + Verwaltung + Instandhaltung vs. Mieteinnahmen

Rendite berechnen → · Kaufpreisfaktor · Finanzierung 2026 · Steuern optimieren

Rendite selbst berechnen: Zum kostenlosen Rendite-Rechner →

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