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Cashflow Immobilien berechnen: Der echte Monatsbetrag nach allen Kosten

Die Wohnung hat 4% Bruttorendite — und trotzdem zahlt der Eigentümer jeden Monat 200 Euro drauf. Das ist kein Einzelfall. Der Cashflow ist die einzige Zahl, die zählt: Was bleibt am Ende des Monats wirklich nach Kreditrate, Hausgeld, Rücklagen, Verwaltung und Steuern übrig? Diese Seite zeigt, wie du den echten Cashflow berechnest — mit Schritt-für-Schritt-Formel und Beispielrechnung.
3 Min. Lesezeit·Letztes Update: April 2026·Rendite berechnen →
Cashflow Immobilien berechnen: Der echte Monatsbetrag nach allen Kosten

Bruttorendite vs. Nettorendite vs. Cashflow: Der Unterschied

Die meisten Immobilienanzeigen nennen die Bruttorendite — die ist fast nutzlos für Kapitalanleger. Was du wirklich brauchst:

KennzahlFormelWas fehltFür was geeignet
BruttorenditeJahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100Nebenkosten, Bewirtschaftung, Steuern, KreditSchneller Vergleich zwischen Objekten
Nettomietrendite(Jahreskaltmiete − NK) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100Kreditrate, SteuernObjektbewertung vor Kauf
CashflowMieteinnahmen − alle Ausgaben (monatlich)Nichts — das ist die RealitätLiquiditätsplanung, Entscheidung

Praxis-Beispiel: Wohnung 300.000 €, Kaltmiete 900 €/Monat = 3,6% Bruttorendite. Klingt ok. Aber: Kreditrate 1.100 €/Monat, Hausgeld 250 €, Rücklagen 80 € = monatlicher Cashflow: 900 € − 1.430 € = −530 €/Monat. Der Cashflow lügt nicht. Nettomietrendite berechnen →

Bruttorendite vs. Nettorendite vs. Cashflow: Der Unterschied

Cashflow-Formel: Alle Positionen Schritt für Schritt

Cashflow-Formel (monatlich):
Kaltmiete
− Kreditrate (Zins + Tilgung)
− Hausgeld (oder Nicht-Umlagefähiger Anteil)
− Instandhaltungsrücklage (falls nicht im Hausgeld)
− Verwaltungskosten (falls extern)
− Leerstandsreserve (1–2% Jahreskaltmiete / 12)
− Steuermehrbelastung (größer bei positivem Cashflow)
= Echter monatlicher Cashflow
PositionTypRichtwertBeispiel (300k Wohnung, 900 EUR Miete)
KaltmieteEinnahme+900 EUR
Kreditrate (2,8%, 3% Tilgung, 240k Darlehen)Ausgabe fix1–1,5x Monatsmiete−1.152 EUR
Hausgeld (nicht umlagefähig: ~35%)Ausgabe variabel2,5–4 EUR/m2−98 EUR
LeerstandsreservePuffer1,5%/Jahr / 12−11 EUR
Verwaltung (extern)Ausgabe fix25–40 EUR/WE−30 EUR
Cashflow vor Steuer−391 EUR

Warum ist trotzdem negativer Cashflow oft ok? Tilgung baut Eigenkapital auf. AfA (Abschreibung) reduziert Steuerbelastung. Immobilienwert steigt (langfristig). Entscheidend: Kannst du dir den negativen Cashflow dauerhaft leisten? Rendite-Rechner mit Cashflow-Berechnung →

Cashflow-Formel: Alle Positionen Schritt für Schritt

Cashflow verbessern: 5 konkrete Hebel

Negativer Cashflow muss keine Dauersituation sein. Diese Hebel verbessern deinen monatlichen Cashflow:

HebelEffektUmsetzung
Höhere Tilgung vermeidenSofortVon 3% auf 2% Tilgung: spart ~200 EUR/Monat Kreditrate (schlechteres Eigenkapitalwachstum)
Miete erhöhen (Mietspiegel)DauerhaftMietpreisspiegel nutzen — bis zu 20% in 3 Jahren möglich. Mehr: Mieterhöhung Guide
Möbliert vermieten+5–15%Möblierungszuschlag 5–10% zusätzlich zur Kaltmiete; keine Mietpreisbremse
Hausgeld-Anteil prüfenVariabelNicht umlagefähiger Anteil genau berechnen; WEG-Abstimmungen über Kosten
Sondertilgung statt RücklagenLangfristigKreditvolumen reduzieren senkt monatliche Rate

So erreichst du positiven Cashflow mit mehreren Objekten → · Eigenkapital aufbauen

Cashflow verbessern: 5 konkrete Hebel

Cashflow-Tabelle: Verschiedene Szenarien im Vergleich

Wie verändert sich der Cashflow je nach Finanzierungsstruktur? Diese Übersicht zeigt 3 Szenarien für eine 300.000 EUR Wohnung mit 900 EUR Kaltmiete:

SzenarioEigenkapitalKreditrateCashflow/MonatBewertung
Vollfinanzierung (0% EK)0 EUR~1.500 EUR−780 EURNur mit hohem Gehalt tragbar
20% EK (60k)60.000 EUR~1.152 EUR−391 EURTypisch; Tilgung als Eigenkapitalaufbau
40% EK (120k)120.000 EUR~770 EUR+1 EURBreak-even; AfA-Vorteil bringt Netto-Plus
60% EK (180k)180.000 EUR~385 EUR+386 EURPositiver Cashflow; ideale Situation

Fazit: Höheres Eigenkapital = besserer Cashflow, aber geringere Eigenkapitalrendite. Die optimale EK-Quote hängt von deiner Steuerlast und Liquidität ab. Dein Cashflow berechnen → · Nettomietrendite Rechner

Cashflow-Tabelle: Verschiedene Szenarien im Vergleich
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Häufige Fragen

Warum habe ich 4% Bruttorendite aber negativen Cashflow?

Weil die Bruttorendite alle wichtigen Kosten ignoriert: Kreditrate (Zins+Tilgung), nicht umlagefähiges Hausgeld, Instandhaltungsrücklagen, Verwaltung, Leerstandszeiten und Steuern. Eine 4% Bruttorendite entspricht typischerweise 2–3% Nettomietrendite und negativem bis leicht positivem Cashflow je nach Finanzierung.

Was ist ein guter Cashflow für Mietwohnungen?

Ziel: Mindestens 0 EUR Cashflow (kostendeckend). Bei 20% Eigenkapital ist Break-even typisch. Bei 40%+ Eigenkapital positive Cashflows von 200–500 EUR/Monat erreichbar. Wichtig: Selbst negativer Cashflow kann sinnvoll sein wenn Tilgung und Wertgewinn überwiegen.

Muss ich bei negativem Cashflow jedes Monat aus der eigenen Tasche zahlen?

Ja. Negativer Cashflow bedeutet: Mieteinnahmen decken die Gesamtkosten nicht. Du zahlst die Differenz selbst. Das ist bei Neukauf mit wenig EK normal — die Tilgung baut aber Eigenkapital auf. Langfristig steigen Mieten und der Cashflow verbessert sich.

Wie berechne ich die Steuer auf meinen Cashflow?

Mieteinnahmen minus Werbungskosten (Zinsen, AfA, Reparaturen, Verwaltung) = steuerlicher Gewinn. Dieser wird zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Oft ergibt sich durch AfA und Zinsen ein steuerlicher Verlust der andere Einnahmen ausgleicht. Mehr: Anlage V ausfüllen.

Was ist der Unterschied zwischen positivem Cashflow und positiver Rendite?

Positive Rendite bedeutet: Dein Vermögen wächst (durch Tilgung, Wertgewinn, Steuervorteile). Positiver Cashflow bedeutet: Jeden Monat bleibt nach allen Ausgaben Geld übrig. Du kannst positive Gesamtrendite haben bei negativem monatlichem Cashflow — und umgekehrt.