Dachausbau: Kosten, Genehmigung, Wohnflächengewinn und Wertsteigerung
Was ein Dachausbau kostet
Dachausbau-Kosten nach Umfang und Ausbaustufe:
- Einfacher Ausbau (bereits gedämmtes Dach): 800–1.500 EUR/m² Wohnfläche. Trockenbau, Bodenbelag, Fenster bereits vorhanden. 30 m² = 24.000–45.000 EUR.
- Vollausbau inkl. Dachdämmung: 1.500–2.500 EUR/m². Gesamtprojekt mit Dämmung, Dachflächenfenstern, Treppe, Elektrik, Heizung. 30 m² = 45.000–75.000 EUR.
- Dachgaube: +15.000–40.000 EUR je Gaube. Schafft Stehhöhe und mehr Nutzfläche, erhöht Komplexität und Kosten erheblich.
- Kostentreiber: Dachneigung (steiles Dach = mehr nutzbare Fläche), Dachkonstruktion (Pfettendach einfacher als Kehlbalkendach), Statik, vorhandene Dämmung, Anzahl der Gauben/Fenster, Qualität der Ausbauausführung.
Genehmigung beim Dachausbau
Wann brauchst du eine Baugenehmigung?
- Reiner Innenausbau (keine Außenveränderung): In den meisten Bundesländern: genehmigungsfrei. Wenn Dachkonstruktion nicht verändert wird und von außen nichts sichtbar ist: Bauanzeige oder genehmigungsfrei.
- Gaubeneinbau: Fast immer genehmigungspflichtig. Verändert das Aussehen des Gebäudes und die Statik. Auch wenn Bebauungsplan keine spezifischen Regelungen hat: Genehmigung sinnvoll.
- Bebauungsplan: Prüfen ob Dachgeschoss-Ausbau im Bebauungsplan vorgesehen ist. In manchen Gebieten: GRZ (Grundflächenzahl) oder GFZ (Geschossflächenzahl) begrenzt zusätzliche Wohnfläche. Mehr: Bebauungsplan.
- Statik: Immer Statiker einschalten. Dachausbau verändert Lastverteilung. Ohne Statik-Freigabe: Baugefährdung möglich.
Wohnflächengewinn und Wertsteigerung
Was der Dachausbau für Immobilienwert und Mietrendite bringt:
- Wohnflächengewinn: Typisch 30–60 m² zusätzliche Wohnfläche (je nach Dachgröße und -neigung). Bei steilen Dächern: mehr nutzbare Fläche.
- Wertsteigerung: 30 m² zusätzliche Wohnfläche in einer Stadt mit 4.000 EUR/m² Marktwert: 120.000 EUR Wertzuwachs. Bei 60.000 EUR Ausbaukosten: 60.000 EUR Nettogewinn. Investitionsrendite: 100%+.
- Vermietungsmöglichkeit: Als separate Wohnung ausbaubar (falls Stellplatz vorhanden, Erschließung möglich). Mieteinnahmen: zusätzliches passives Einkommen. Oder: Eigennutzung + Vermietung Erdgeschoss ("Einliegerwohnung oben"). Mehr: Einliegerwohnung.
- Modernisierungsumlage: Als Vermieter: Dachausbau-Kosten als Modernisierung: 11%/Jahr auf Miete umlegbar. 60.000 EUR Ausbau: 6.600 EUR/Jahr = 550 EUR/Monat Mieterhöhung möglich. Mehr: Modernisierungsumlage.
Tipps für die Planung
Was du vor dem Dachausbau klären solltest:
- Stehhöhe prüfen: Mind. 2,20 m Raumhöhe auf 50% der Fläche für anerkannte Wohnfläche (DIN 277). Darunter liegende Bereiche: nur als Abstellfläche. Gauben oder Kniestock erhöhen nutzbare Fläche.
- Dachdämmung: Zwischen den Sparren + unter den Sparren kombiniert = bester Wärmeschutz. KfW-Förderung für Dachdämmung: Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG). Mehr: KfW Förderung.
- Treppe: Platzbedarf Treppe: mind. 4–5 m² im Untergeschoss. Raumspartreppe: weniger Platz, aber weniger komfortabel. Wendeltreppe: platzsparend, aber schlecht für Möbeltransport.
- Mehrfamilienhaus (WEG): Dachausbau nur mit Zustimmung aller WEG-Mitglieder möglich (oder qualifizierter Mehrheit je nach Teilungserklärung). Sondereigentum am Dachgeschoss schaffen lassen. Mehr: WEG.
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Häufige Fragen
Was kostet ein Dachausbau?
Einfacher Ausbau (Dach bereits gedämmt): 800–1.500 EUR/m². Vollausbau mit Dämmung, Gauben, Ausstattung: 1.500–2.500 EUR/m². 30 m² Ausbau: 24.000–75.000 EUR je nach Ausbaustufe. Gauben: zusätzlich 15.000–40.000 EUR je Gaube.
Brauche ich eine Baugenehmigung für den Dachausbau?
Reiner Innenausbau (keine Außenveränderung): oft genehmigungsfrei. Gaubeneinbau: fast immer genehmigungspflichtig. Immer beim Bauordnungsamt prüfen und Statiker einschalten.
Wie viel Wert steigert ein Dachausbau?
30 m² zusätzliche Wohnfläche bei 4.000 EUR/m² Marktwert: 120.000 EUR Wertsteigerung. Bei 60.000 EUR Ausbaukosten: Nettogewinn 60.000 EUR. In teuren Lagen: Wertsteigerung übertrifft Ausbaukosten deutlich.
Kann ich Dachausbau-Kosten steuerlich absetzen?
Als Vermieter: Modernisierungsmaßnahme → 11% der Kosten/Jahr als Mieterhöhung umlegbar. Steuerlich: wenn kein wesentlicher Qualitätssprung (Erhaltungsaufwand) → sofortiger Abzug. Wenn neue Wohnfläche geschaffen wird: aktivieren und über AfA abschreiben.




