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Grundsteuerreform 2025: Warum sich deine Grundsteuer verändert hat

Seit dem 1. Januar 2025 gilt die neue Grundsteuer nach dem Bundesmodell (oder Landesmodellen). Für Millionen Immobilienbesitzer hat sich die jährliche Grundsteuerlast verändert — manchmal um 30–70% nach oben oder unten. Warum? Neue Bewertungsgrundlagen, neue Hebesätze, neue Berechnung. Dieser Guide erklärt was sich geändert hat und was du als Vermieter wissen musst.
3 Min. Lesezeit·Letztes Update: April 2026·Rendite berechnen →
Grundsteuerreform 2025: Warum sich deine Grundsteuer verändert hat

Was hat sich bei der Grundsteuer geändert?

KriteriumBis 2024 (Altes Recht)Ab 2025 (Neue Grundsteuer)
BemessungsgrundlageEinheitswert (Westdeutschland: Stand 1964, Ostdeutschland: 1935)Neuer Grundsteuerwert (tatsächlicher Wert 2022)
BewertungVeraltete Einheitswerte — meist weit unter MarktwertErtragswertverfahren (Wohngebiet) oder Sachwertverfahren
SteuermesszahlBundesweit einheitlich: 3,5 Promille (West)Bundesmodell: 0,31 Promille (Wohngebiet)
HebesätzeViele Gemeinden hatten historisch hohe SätzeGemeinden durften Hebesätze anpassen (viele senkten)
Aufkommen-NeutralitätReform soll aufkommensneutral sein — in der Praxis gibt es Gewinner und Verlierer

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Was hat sich bei der Grundsteuer geändert?

Wie wird die Grundsteuer 2025 berechnet?

Formel Grundsteuer:
Grundsteuerwert × Steuermesszahl = Steuermessbetrag
Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde = jährliche Grundsteuer
SchrittErklärungBeispielwert
GrundsteuerwertFestgestellt vom Finanzamt (Bescheid 2022)250.000 EUR (Eigentumswohnung)
× SteuermesszahlBundesmodell Wohngebiet: 0,31‰× 0,00031 = 77,50 EUR
= Steuermessbetrag77,50 EUR
× Hebesatz GemeindeZ.B. Berlin 810%, München 535%× 810% (Berlin) = 627,75 EUR/Jahr
= Jährliche Grundsteuer627,75 EUR

Wichtig: Bis zu 16 Bundesländer haben eigene Modelle. Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Niedersachsen nutzen abweichende Modelle. Grundsteuerbescheid von deinem Finanzamt ist maßgeblich. Rechner →

Wie wird die Grundsteuer 2025 berechnet?

Wann kann ich Einspruch einlegen?

Wenn du den neuen Grundsteuerbescheid oder den Grundsteuerwertbescheid für falsch hältst:

MaßnahmeFristWann sinnvoll?
Einspruch gegen Grundsteuerwertbescheid1 Monat nach BekanntgabeGrundsteuerwert offensichtlich falsch berechnet
Einspruch gegen Grundsteuermessbescheid1 Monat nach BekanntgabeSteuermesszahl oder Berechnungsfehler
Einspruch gegen Grundsteuerbescheid (Gemeinde)1 Monat nach BekanntgabeHebesatz-Entscheidung der Gemeinde
Sammelklage beitretenLaufend (z.B. via Haus & Grund)Grundsatzklagen gegen Reform im Ganzen
Fristen: Einspruchsfrist STRIKT beachten! Sie beginnt mit Bekanntgabe des Bescheids (3 Tage nach Postdatum). Wer die Frist versäumt, verliert das Einspruchsrecht für diesen Bescheid.

Steuerstrategie für Vermieter → · Grundsteuer als Werbungskosten absetzen

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Häufige Fragen

Warum hat sich meine Grundsteuer erhöht?

Die Grundsteuerreform 2025 hat die Bemessungsgrundlage neu berechnet. Je nach Lage deiner Immobilie kann der neue Grundsteuerwert deutlich höher oder niedriger als der alte Einheitswert sein. Dazu kommen veränderte Hebesätze der Gemeinden. Besonders Immobilien in beliebten Lagen haben häufig höhere Grundsteuern.

Kann ich die neue Grundsteuer auf den Mieter umlegen?

Ja. Die Grundsteuer ist eine umlagefähige Betriebskosten gem. § 2 BetrKV. Du kannst sie über die jährliche Nebenkostenabrechnung vollständig auf den Mieter umlegen.

Hat meine Gemeinde den Hebesatz geändert?

Viele Gemeinden haben Hebesätze angepasst (gesenkt oder erhöht) um die aufkommensneutrale Reform umzusetzen. Aktuellen Hebesatz: Gemeinde-Website oder Grundsteuerbescheid der Gemeinde. Rechtsanspruch auf aufkommensneutrale Umsetzung besteht nicht.

In welchen Bundesländern gilt ein abweichendes Modell?

Bayern (reines Flächenmodell), Baden-Württemberg (modifiziertes Bodenmodell), Hamburg (Wohnlagemodell), Hessen (Fränkisches Modell), Niedersachsen (eigenes Modell) und Saarland haben eigene Grundsteuergesetze. Die anderen 11 Länder folgen dem Bundesmodell.

Was kann ich gegen zu hohe Grundsteuer tun?

Optionen: 1) Einspruch gegen den Grundsteuerwertbescheid innerhalb 1 Monat einlegen wenn der Wert nachweislich falsch ist. 2) Sammelklage über Haus & Grund oder Eigentümerverbände unterstützen. 3) Grundsteuer bei der Nebenkostenabrechnung vollständig auf Mieter umlegen.