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Hausgeld Eigentumswohnung: Was steckt drin und wie hoch ist es 2026?

Das Hausgeld ist nach der Kreditrate der größte laufende Kostenfaktor bei einer Eigentumswohnung — und wird von Käufern haäufig unterschaetzen. 200–400 €/Monat plus mögliche Sonderumlagen können einen positiven Cashflow in einen negativen verwandeln. Dieser Leitfaden zeigt, was das Hausgeld enthalt, wie hoch es typischerweise ist und wie du es vor dem Kauf richtig bewertest.
4 Min. Lesezeit·Letztes Update: April 2026·Rendite berechnen →
Hausgeld Eigentumswohnung: Was steckt drin und wie hoch ist es 2026?

Was ist Hausgeld? — Zusammensetzung und gesetzliche Grundlage

Hausgeld ist der monatliche Beitrag, den Wohnungseigentümer an die Eigentümergemeinschaft (WEG) zahlen. Es deckt alle gemeinschaftlichen Kosten des Gebäudes. Rechtsgrundlage ist das Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Als Kapitalanleger ist Hausgeld ein kritischer Kostenfaktor bei der Renditeberechnung:

KostenblockAnteil am HausgeldBemerkung
Heizung & Warmwasser30–45 %Größter Einzelposten, abhängig vom Heizsystem
Hausmeister, Pflege, Reinigung10–20 %Variiert stark nach Gebäude
Verwaltungsgebühr (Hausverwaltung)8–15 %Ca. 25–40 €/Einheit/Monat
Instandhaltungsrücklagen10–25 %GEG 2022: mind. 0,8–1,0 €/m²/Monat empfohlen
Versicherungen (Gebäude, Haftpflicht)5–10 %Gebäudeversicherung Pflicht
Strom Allgemeinflächen, Aufzug, Internet5–10 %Je nach Ausstattung

Wichtig: Ein Teil des Hausgeldes ist auf Mieter umlagefähig (Betriebskosten), ein anderer Teil trägt der Eigentümer selbst (Instandhaltungsrücklagen, Verwaltung). Dieser nicht umlagefähige Teil mindert den Cashflow direkt. Mehr zur Renditeberechnung: Nettomietrendite Formel.

Was ist Hausgeld? — Zusammensetzung und gesetzliche Grundlage

Wie hoch ist das Hausgeld? — Richtwerte und Beispielrechnung

Das Hausgeld variiert stark je nach Gebäudealter, Lage, Größe und Ausstattung. Diese Richtwerte helfen bei der Kaufentscheidung:

GebäudetypHausgeld/m²/MonatTypische Konstellation
Neubau ETW (Aufzug, Tiefgarage)3,50–5,00 €Hohe Verwaltung, neue Heizung, mäßige Rücklagen nötig
Sanierter Altbau (Stadtlage)2,50–4,00 €Fernwärme, Zentralheizung, aktive WEG
Unsanierter Altbau (Bj. vor 1975)1,50–3,00 €Oft niedrige Rücklagen — Sanierungsrisiko!
Luxusobjekt (Concierge, Pool)5,00–10,00 €Hohe laufende Kosten

Beispielrechnung (70 qm ETW, Hausgeld 3,50 €/m²):

Nie das Hausgeld im Renditerechner vergessen: Rendite-Rechner mit Hausgeld-Eingabe →

Wie hoch ist das Hausgeld? — Richtwerte und Beispielrechnung

Hausgeld beim Kauf prüfen: 5 kritische Fragen

Viele Käufer unterschaetzen das Hausgeld — oder kaufen Wohnungen mit zu niedrigen Rücklagen, die bald Sonderumlagen nötig machen. Diese 5 Fragen solltest du vor dem Kauf stellen:

1
Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage pro m²?

Mind. 0,80 €/m²/Monat sollten angespart sein. Weniger = Sonderumlage-Risiko. Lass dir die aktuelle Rücklage pro Wohnung zeigen.

2
Gibt es geplante Sonderumlagen?

Im Protokoll der letzten 3 WEG-Versammlungen nachlesen. Geplante Dacherneuerung, Fassadensanierung oder Aufzugserneuerung können 5.000–50.000 € bedeuten.

3
Wie ist die WEG-Gemeinschaft strukturiert?

Viele Eigennutzer in der WEG → oft gut gepflegt. Viele Kapitalanleger → häufig niedrige Rücklagen, Eigeninteresse dominiert.

4
Welche Kosten sind nicht umlagefähig?

Verlange die aktuelle Nebenkostenabrechnung. Der nicht umlagefähige Anteil ist dein echter Kostenbeitrag als Vermieter — dieser mindert den Cashflow direkt.

5
Wie ist das Hausgeld im Vergleich zu ähnlichen Objekten?

Sehr niedriges Hausgeld kann bedeuten: zu geringe Rücklagen. Sehr hohes Hausgeld = schlechter Cashflow. Benchmark: 2,50–3,50 €/m² für sani. Altbau.

Rendite inkl. Hausgeld berechnen: Cashflow-Rechner → · Nebenkostenabrechnung prüfen: Vorlage & Fristen · Hausverwaltungskosten: Ab wann lohnt sie sich?

Hausgeld beim Kauf prüfen: 5 kritische Fragen

Hausgeld-Aufstellung: Was ist enthalten?

Das Hausgeld deckt alle gemeinschaftlichen Kosten einer Wohnungseigentumsanlage (WEG) ab. Es wird monatlich eingezogen und vom Verwalter treuhänderisch verwaltet. Typische Bestandteile im Überblick:

KostenartUmlagefähig?Typischer Anteil
HausverwaltungsgebührNein15–25 %
InstandhaltungsrücklageNein20–30 %
Versicherungen (Gebäude, Haftpflicht)Ja10–15 %
Allgemeinstrom, Aufzug, GartenJa15–25 %
Heizung und Warmwasser (zentral)Ja20–40 %
Sonstige BetriebskostenTeilweise5–15 %

Wichtig für Vermieter: Nur umlagefähige Kosten können auf den Mieter umgelegt werden. Hausverwaltungsgebühr und Instandhaltungsrücklage trägst du als Eigentümer selbst — diese sind aber als Werbungskosten steuerlich absetzbar. Details zur Steuerabsetzbarkeit: Immobilien Steuern.

Hausgeld-Aufstellung: Was ist enthalten?

Hausgeld und Renditeberechnung: Häufige Fehler vermeiden

Das Hausgeld ist einer der häufigsten Rechenfehler bei der Renditeberechnung von Eigentumswohnungen. Hier die typischen Fallen und wie du sie vermeidest:

Fehler 1: Hausgeld komplett auf Mieter umgelegt
Nur der umlagefähige Teil (ca. 50–70 % des Hausgelds) kann auf den Mieter umgelegt werden. Der Rest (Verwaltung, Instandhaltungsrücklage) bleibt beim Eigentümer. Wer das Hausgeld komplett abzieht, unterschätzt die tatsächlichen Kosten.

Fehler 2: Hohe Instandhaltungsrücklage ignoriert
Eine gut gefüllte Rücklage ist ein Qualitätsmerkmal, signalisiert aber auch höhere laufende Kosten. Frage beim Kauf immer nach dem aktuellen Stand der Rücklage und geplanten Sanierungen aus dem Wirtschaftsplan.

Fehler 3: Künftige Sonderumlagen nicht berücksichtigt
Wenn die Rücklage für größere Sanierungen nicht reicht, beschließt die WEG eine Sonderumlage. Diese kann mehrere tausend Euro betragen und ist in der normalen Renditerechnung nicht enthalten. Prüfe immer den Wirtschaftsplan der letzten 3 Jahre und die aktuellen Beschlüsse.

Faustformel für die Cashflow-Rechnung:
Effektive monatliche Nettoeinnahme = Kaltmiete − nicht umlagefähiges Hausgeld (ca. 35 %) − Kreditrate. Beispiel: 900 € Miete, 250 € Hausgeld (davon 90 € nicht umlegbar), 600 € Rate = 210 € Cashflow. Genau berechnen: Cashflow-Rechner → · Hausverwaltungskosten im Detail.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hausgeld und Nebenkosten?

Hausgeld ist der monatliche WEG-Beitrag des Eigentümers (umfasst Betriebskosten + Rücklagen + Verwaltung). Nebenkosten sind die auf den Mieter umlagefähigen Betriebskosten (ca. 60–70 % des Hausgeldes). Als Vermieter zahlst du das Hausgeld an die WEG — der Mieter erstattet die umlagefähigen Anteile.

Kann ich das Hausgeld steuerlich absetzen?

Teilweise. Der nicht umlagefähige Anteil (Instandhaltungsrücklagen, Verwaltungsgebühr) ist als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung absetzbar (Anlage V). Das reduziert deine Steuerlast und verbessert den echten Cashflow nach Steuern. Mehr: Anlage V ausfüllen.

Was passiert, wenn ich das Hausgeld nicht zahle?

Die WEG kann einen vollstreckbaren Titel beantragen (WEG-Klage) und im schlimmsten Fall die Zwangsversteigerung betreiben. Hausgeld hat Vorrang vor anderen Forderungen (GEG §16 WEG). Als Käufer haftets du auch für Rückstände des Vorgängers — unbedingt vor dem Kauf prüfen!