Hausratversicherung: Was abgesichert ist, was sie kostet und für wen sie sinnvoll ist
Was deckt die Hausratversicherung ab?
Die Standardpolice (ohne Zusatzbausteine) deckt:
- Einbruchdiebstahl: Gestohlene oder beschädigte Gegenstände bei Einbruch. Auch Vandalismus nach eingebrochenem Einbruch.
- Feuer: Brandschäden, Blitzschlag, Explosion, Implosion am Hausrat.
- Leitungswasser: Schäden durch Rohrbruch, auslaufende Waschmaschine, defekte Heizungsanlage. NICHT: Überschwemmung durch eindringendes Regenwasser.
- Sturm und Hagel: Ab Windstärke 8 (Beaufort). Schäden durch Sturmböen die Fenster einschlagen oder Gegenstände beschädigen.
- Nicht gedeckt: Verschleiß/Abnutzung, Bedienungsfehler, Überschwemmung/Hochwasser (Elementarschäden = eigener Baustein), Bargeld über Kleinstbetrag.
Was kostet eine Hausratversicherung?
Die Kosten hängen von Wohnfläche, Lage und Leistungsumfang ab:
- Faustregel: Ca. 650 EUR Versicherungssumme pro m² Wohnfläche. Bei 80 m²: 52.000 EUR Versicherungssumme.
- Jahresprämie: Typisch 50–200 EUR/Jahr für eine Standard-Hausratpolice in normaler Lage. Günstig: Neubauwohnungen, niedrige Einbruchsrate. Teuer: Risikogebiete, ältere Häuser, Großstädte mit hoher Einbruchsquote.
- Bausteine: Fahrraddiebstahl (+30–60 EUR/Jahr). Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben) (+50–150 EUR/Jahr). Glasversicherung (+20–40 EUR/Jahr).
- Vergleich lohnt: Preisunterschiede bis Faktor 3 für gleichen Leistungsumfang. Vergleichsportale (Check24, Verivox) nutzen.
Versicherungssumme richtig berechnen
Unterversicherung vermeiden:
- Faustformel: 650–1.000 EUR pro m² Wohnfläche als Versicherungssumme. Bei hochwertigem Hausrat: höher ansetzen.
- Unterversicherungsschutz: Viele Policen enthalten eine Unterversicherungsklausel — wenn Versicherungssumme < tatsächlicher Wert: Schaden wird nur anteilig ersetzt. Unbedingt auf "Unterversicherungsverzicht" achten!
- Wertvollgegenstände: Schmuck, Kunst, Bargeld, Elektronik über Grundgrenzen: separat mitversichern lassen (mit Wertschätzung oder Inventarliste).
- Regelmäßig anpassen: Wenn du viel einkaufst, renovierst oder Erbstücke erhältst: Versicherungssumme entsprechend anpassen.
Hausrat vs. Wohngebäudeversicherung: Was ist der Unterschied?
Die häufigste Verwechslung:
- Hausratversicherung: Deckt bewegliche Gegenstände (Möbel, Elektronik, Kleidung, Kühlschrank). Abgeschlossen vom Mieter oder Eigentümer.
- Wohngebäudeversicherung: Deckt das Gebäude selbst (Mauern, Dach, fest eingebaute Gegenstände wie Einbauküche). Abgeschlossen vom Eigentümer. Mehr: Gebäudeversicherung.
- Für Mieter: Nur Hausratversicherung relevant. Die Wohngebäudeversicherung zahlt der Vermieter.
- Für Eigentümer: Beide Versicherungen nötig: Hausrat für persönliche Gegenstände, Wohngebäude für das Haus/die Wohnung selbst.
Kostenlos, praxisnah, ohne Werbung
Häufige Fragen
Ist eine Hausratversicherung Pflicht?
Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht. Aber sie ist für die meisten Haushalte sehr sinnvoll — besonders wenn teure Elektronik, Möbel oder Wertsachen vorhanden sind. Ohne Hausratversicherung trägt man alle Schäden selbst.
Was kostet eine Hausratversicherung im Jahr?
Typisch 50–200 EUR/Jahr für eine Standardpolice. Abhängig von Wohnfläche, Lage, Leistungsumfang und Anbieter. Preisvergleich über Check24 oder Verivox lohnt sich — Unterschiede bis Faktor 3.
Welche Schäden deckt die Hausratversicherung NICHT?
Überschwemmung/Hochwasser (braucht Elementarbausteine), normaler Verschleiß, Bedienungsfehler, Diebstahl ohne Einbruchspuren, Schäden über Versicherungssumme hinaus.
Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung?
Hausrat: bewegliche Gegenstände (Möbel, Elektronik). Wohngebäude: das Gebäude selbst. Mieter brauchen nur Hausratversicherung. Eigentümer sollten beide haben.




