Geb\u00e4udeversicherung: Kosten, Leistungen und was oft vergessen wird
Was deckt die Wohngeb\u00e4udeversicherung?
Die Standard-Wohngeb\u00e4udeversicherung deckt folgende Sch\u00e4den am Geb\u00e4ude:
- Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion
- Leitungswasser: Wassersch\u00e4den durch Rohre, Heizung, Waschmaschinen-Anschl\u00fcsse
- Sturm und Hagel: Ab Windst\u00e4rke 8 (Orkan). Regenwasser durch offene Fenster ist NICHT gedeckt.
H\u00e4ufige Zusatzbausteine (oft separat):
- Elementarsch\u00e4den: Hochwasser, \u00dcberschwemmung, Erdrutsch, Erdbeeben. In vielen Regionen Deutschlands inzwischen empfohlen oder sogar Pflicht bei Neuvertr\u00e4gen.
- Glasbruch: F\u00fcr Spiegel, Glast\u00fcren, Dachfenster
- Mietausfall: Miete w\u00e4hrend Unbewohnbarkeit durch versicherten Schaden
Was kostet die Geb\u00e4udeversicherung?
Die Kosten variieren stark nach:
- Geb\u00e4udetyp (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Baujahr)
- Wohnfl\u00e4che
- Lage (Risikozone f\u00fcr Hochwasser, Hagel)
- Bauleistung (Massivbau vs. Leichtbau)
- Inkludierten Leistungen (Elementarschutz, Glasbruch)
Orientierungskosten 2025:
- Einfamilienhaus (150 m\u00b2): 300\u2013800 EUR/Jahr ohne Elementar, 400\u20131.200 EUR/Jahr mit Elementar
- Eigentumswohnung (70 m\u00b2): Anteil \u00fcber Hausgeld ca. 5\u201310 EUR/Monat (WEG zahlt f\u00fcr das Geb\u00e4ude)
- Mehrfamilienhaus (400 m\u00b2): 800\u20132.000 EUR/Jahr
Vergleichen lohnt sich: Preisunterschiede zwischen Anbietern bis zu 40% bei gleichwertigen Leistungen. Regelm\u00e4\u00dfig (alle 3\u20135 Jahre) k\u00fcndigen und neu vergleichen.
Unterversicherung: Der h\u00e4ufigste Fehler
Unterversicherung bedeutet: Der Versicherungswert ist niedriger als der tats\u00e4chliche Wiederaufbauwert. Das hat fatale Folgen im Schadensfall:
Beispiel: Haus hat Wiederaufbauwert 500.000 EUR, ist aber nur mit 350.000 EUR versichert (70%). Bei einem Schaden von 100.000 EUR zahlt die Versicherung nur 70% = 70.000 EUR.
Ursache: Versicherungen werden oft nach dem Bauwert bei Vertragsabschluss berechnet, aber Baukosten sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Eine Police von 2010 ist heute h\u00e4ufig unterversichert.
L\u00f6sung: Vertrag auf \u201eGleitender Neuwert\u201c umstellen (automatische Anpassung an Baupreisindex). Bei Umbau oder Wertsteigerung: Versicherungssumme anpassen lassen. Mehr zum Thema Instandhaltung: Instandhaltungsr\u00fccklage.
Geb\u00e4udeversicherung als Vermieter: Was darf umgelegt werden?
F\u00fcr Vermieter ist die Geb\u00e4udeversicherung besonders wichtig:
- Steuerlich: Beitr\u00e4ge sind als Werbungskosten bei den Mieteinnahmen voll absetzbar.
- Umlage auf Mieter: Die Geb\u00e4udeversicherung darf gem\u00e4\u00df \u00a72 Nr. 13 BetrKV auf die Mieter umgelegt werden (als Betriebskosten). Voraussetzung: Im Mietvertrag als umlagef\u00e4hige Betriebskosten vereinbart.
- Mietausfall-Versicherung: Zus\u00e4tzlich empfohlen f\u00fcr Vermieter. Zahlt, wenn die Wohnung durch versicherten Schaden unbewohnbar wird. Die Versicherung \u00fcbernimmt den Mietausfall-Zeitraum.
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Häufige Fragen
Brauche ich als Vermieter eine Geb\u00e4udeversicherung?
Ja, dringend empfohlen. Sie ist f\u00fcr Vermieter Pflicht, sobald eine Bank beteiligt ist (Finanzierung), und von Banken als Bedingung f\u00fcr Kredite verlangt. Auch ohne Kredit ist sie unverzichtbar.
Was kostet eine Wohngeb\u00e4udeversicherung?
Je nach Geb\u00e4ude und Lage: 300\u20131.500 EUR/Jahr f\u00fcr ein Einfamilienhaus. Eigentumswohnungen zahlen \u00fcber das Hausgeld. Mehrfamilienh\u00e4user: 800\u20132.000+ EUR/Jahr.
Kann ich die Geb\u00e4udeversicherung auf den Mieter umlegen?
Ja. Die Wohngeb\u00e4udeversicherung ist nach BetrKV umlagef\u00e4hig. Sie muss im Mietvertrag als Betriebskosten aufgef\u00fchrt sein und in der j\u00e4hrlichen Nebenkostenabrechnung ausgewiesen werden.
Was ist Unterversicherung bei der Geb\u00e4udeversicherung?
Wenn der versicherte Wert niedriger ist als der tats\u00e4chliche Wiederaufbauwert. Im Schadensfall zahlt die Versicherung dann nur anteilig. Sehr h\u00e4ufig bei alten Policen, weil Baukosten stark gestiegen sind.












