Neubauförderung: Förderprogramme für energieeffizienten Neubau
KfW-Förderung für Neubau: Programme 297 und 298
Die wichtigsten KfW-Programme für den Neubau:
- KfW 297 – Klimafreundlicher Neubau (KFN) Wohngebäude: Kredit bis 100.000 EUR pro Wohneinheit für Neubauten mit QNG-Zertifikat (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude). Effektivzins: zinsgünstig, aktuell unter Marktniveau. Zinsverbilligter Kredit, keine Tilgungszuschüsse mehr seit 2023. Mehr: KfW-Förderung.
- KfW 298 – Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude – mit QNG: Höherer Kredit bis 150.000 EUR pro Wohneinheit, wenn QNG-Plus oder QNG-Premium Zertifikat. Noch günstigere Zinskonditionen als KfW 297.
- KfW 300 – Wohneigentum für Familien: Nur für Familien mit Kindern und Einkommensgrenze. Kredite bis 270.000 EUR mit noch günstigeren Konditionen. Für Kapitalanleger: i.d.R. nicht relevant (Eigennutzung vorausgesetzt).
Wichtig: KfW-Anträge müssen VOR Baubeginn gestellt werden. Nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Antrag immer über Ihre Hausbank (Durchleitungsprinzip). Mehr: KfW alle Programme.
BAFA-Förderung beim Neubau
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des BAFA konzentriert sich beim Neubau auf:
- Heizungsanlage im Neubau: Für die Heizung im Neubau gibt es unter bestimmten Voraussetzungen BAFA-Förderung (Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse). Grundvoraussetzung: Die Heizungsanlage muss bestimmte Effizienzkriterien erfüllen.
- Wärmepumpe im Neubau: 30 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten (max. 30.000 EUR pro Wohneinheit). Bonus wenn Gebäude EH40-Standard erreicht oder Wärmepumpe mit erneuerbarer Energie kombiniert wird. Mehr: Photovoltaik für Vermieter.
- Wichtiger Unterschied zu Sanierung: Im Neubau ist BAFA-Förderung stärker eingeschränkt als bei Bestandssanierung. Der Fokus der BAFA liegt auf der Energieeffizienz-Sanierung bestehender Gebäude. Für Neubau: KfW ist die primäre Förderquelle.
Bundesländer-Programme: Regionale Neubauförderung
Viele Bundesländer haben eigene Neubauförderungs-Programme – oft kombinierbar mit KfW-Mitteln:
- Bayern (BayernLabo): Bayerisches Zinsverbilligungsprogramm für Wohneigentum. Zinsgünstige Darlehen für selbst genutzten Neubau. Einkommensgrenzen.
- Baden-Württemberg (L-Bank): Wohnraum-Förderung BW – zinsgünstige Darlehen auch für Mietwohnungsbau. Relevant für Kapitalanleger die Mietwohnungen neu bauen.
- NRW (NRW.Bank): Wohnraumförderung NRW für Neubau und Kauf. Einkommensabhängig, aber günstige Konditionen.
- Hessen (WI-Bank): Hessisches Investitionsprogramm Wohnen – Neubau von Mietwohnungen wird gefördert.
- Berlin (IBB): IBB Wohnraumförderung für sozial orientierten Mietwohnungsbau.
Recherche-Tipp: Für regionalen Überblick: Förderdatenbank des Bundes oder direkt bei Ihrem Bundesland-Förderinstitut anfragen.
Steuerliche Vergünstigungen beim Neubau
Neben Direktförderung gibt es steuerliche Vorteile:
- Lineare AfA (§ 7 Abs. 4 EStG): Seit 2023 können Neubauten (Baugenehmigung ab 01.01.2023) mit 3 % p.a. linear abgeschrieben werden (früher 2 %). Bei 500.000 EUR Gebäudeanteil: 15.000 EUR Abschreibung jährlich. Über 33 Jahre. Mehr: AfA Immobilien.
- Sonderabschreibung § 7b EStG (neubaufördernd): Für neue Mietwohnungen (Baugenehmigung bis 31.12.2026): 5 % Sonderabschreibung p.a. in den ersten 4 Jahren zusätzlich zur regulären AfA. Voraussetzung: QNG-Siegel, Kosten unter 5.200 EUR/qm. Potenzielle Steuerersparnis: erheblich im ersten Jahrzehnt.
- Grundsteuerbefreiung für Neubauten: In einigen Bundesländern: temporäre Grundsteuerbefreiung für Neubauten (2–5 Jahre). Mehr: Grundsteuer berechnen.
Neubauförderung als Kapitalanleger: Strategisch kombinieren
So maximieren Sie die Förderung beim Neubau als Investor:
- KfW-Kredit + § 7b Sonderabschreibung: Diese Kombination ist legal und sehr lukrativ. KfW 297/298 senkt den Zinssatz, § 7b drückt die Steuerbelastung in den ersten Jahren massiv. Mehr: Steuern als Vermieter.
- Mehrfamilienhaus statt Einzelwohnung: Je mehr Wohneinheiten, desto mehr KfW-Volumen (pro Wohneinheit 100.000–150.000 EUR). 10 Wohneinheiten: potenziell bis 1,5 Mio. EUR KfW-Kredit.
- Energieeffizienz-Standard planen: QNG-Zertifikat erfordert Planung und Zertifizierung (Kosten: ca. 3.000–8.000 EUR) – lohnt sich für den Zugang zu KfW 297/298.
- Antrag VOR Baubeginn: KfW-Antrag über Hausbank stellen, Zusage abwarten – dann erst Baubeginn. Rückwirkende Förderung gibt es nicht.
- Mietwohnungsbau vs. Eigennutzung: Kapitalanleger können KfW 297/298 für vermietete Neubauwohnungen nutzen. KfW 300 (Familien) ist nur für Selbstnutzer. Mehr: Immobilienfinanzierung.
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Häufige Fragen
Welche KfW-Förderung gibt es für den Neubau 2024?
Hauptprogramme sind KfW 297 (Klimafreundlicher Neubau, bis 100.000 EUR pro Wohneinheit, zinsgünstig) und KfW 298 (mit QNG-Zertifikat, bis 150.000 EUR, noch günstiger). Für Familien zusätzlich KfW 300. Alle Anträge müssen vor Baubeginn über die Hausbank gestellt werden.
Ist Neubauförderung und § 7b Sonderabschreibung kombinierbar?
Ja, die Kombination ist zulässig. KfW-Kredit senkt den Finanzierungszins, § 7b Sonderabschreibung reduziert die Steuerbelastung in den ersten 4 Jahren (5 % zusätzliche AfA p.a.). Voraussetzung für § 7b: QNG-Siegel und Baukosten unter 5.200 EUR/qm. Baugenehmigung bis 31.12.2026.
Kann ein Kapitalanleger KfW 297 für ein Mietobjekt nutzen?
Ja. KfW 297 und 298 sind nicht auf Eigennutzung beschränkt. Kapitalanleger können diese Programme für vermietete Neubauten nutzen. Nur KfW 300 (Wohneigentum für Familien) setzt Selbstnutzung voraus.
Was kostet das QNG-Zertifikat und lohnt es sich?
QNG-Zertifizierung kostet ca. 3.000–8.000 EUR (Planung, Auditor, Antrag). Dafür erhöht sich das KfW-Kreditvolumen um 50.000 EUR pro Wohneinheit (von 100.000 auf 150.000 EUR). Bei einem Zinsvorteil von 1 % über 10 Jahre: 5.000 EUR Ersparnis pro Einheit. Bei 10 Wohnungen: 50.000 EUR – der Aufwand lohnt sich meist.
Gibt es Neubauförderung vom Bundesland zusätzlich zur KfW-Förderung?
Ja, Bundesländer-Programme sind grundsätzlich mit KfW-Mitteln kombinierbar. Bayern, Baden-Württemberg, NRW, Berlin und andere Länder haben eigene zinsgünstige Darlehen. Recherche über die Förderdatenbank des Bundes oder das jeweilige Landesförderinstitut.










