Wohngebäudeversicherung für Vermieter: Was sie leistet, was sie kostet und wann sie zahlt
Was die Wohngebäudeversicherung leistet
Was standardmäßig versichert ist:
- Feuer (Brand, Blitz, Explosion): Haus brennt ab: Versicherung zahlt Wiederaufbau oder Verkehrswert. Wichtig: Unterversicherung prüfen (Gebäude heute teurer als vor 10 Jahren). Mehr: Vermieterpflichten.
- Leitungswasser: Rohrbruch, Frostschäden, Wasseraustritt aus Rohren. Einer der häufigsten Schadensfälle. Achtung: Schäden durch eindringendes Regenwasser oder Grundwasser: nicht standardmäßig versichert (Elementarschutz nötig).
- Sturm und Hagel: Ab Windstärke 8 (Beaufort). Schäden am Dach, an Fenstern, Fassade. Wichtig: Sturm ab Windstärke 8 beweisbar machen (Wetterdienst-Auskunft).
- Was nicht versichert ist: Sturmflut, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Schneedruck: nur mit Elementarschadenversicherung. Seit Flut 2021: Elementarschutz immer wichtiger. Mehr: Risiken.
Kosten der Wohngebäudeversicherung
Was eine Wohngebäudeversicherung kostet:
- Typische Jahresprämien: Einfamilienhaus (150 m², Massivbau, mittlere Lage): 300–800 EUR/Jahr. Mehrfamilienhaus (6 Einheiten): 800–2.500 EUR/Jahr. Preis hängt ab von: Wohnfläche, Baujahr, Bauart, Lage (Elementarrisiko), Selbstbeteiligung.
- Bei Eigentumswohnungen (ETW): Wohngebäudeversicherung läuft über die WEG — Kosten sind Teil des Hausgelds. Einzelne Wohnungsinhaber brauchen keine separate Gebäudeversicherung, aber eine Hausratversicherung für ihr Inventar. Mehr: WEG.
- Nebenkosten-Umlegung: Gebäudeversicherungsprämie kann auf Mieter umgelegt werden (§ 2 Nr. 13 BetrKV). Voraussetzung: im Mietvertrag vereinbart. Jährliche Abrechnung mit Mieter. Mehr: Nebenkostenabrechnung.
- Tipps zum Sparen: Selbstbeteiligung erhöhen (500–2.500 EUR) senkt Prämie deutlich. Vergleichsportale nutzen (CHECK24, Verivox). Jährliche Zahlungsweise günstiger als monatlich. Rabatt für Sanierungen (neues Dach, neue Heizung: Prämie kann sinken).
Elementarschadenversicherung: Pflicht oder Luxus?
Warum Elementarschutz immer wichtiger wird:
- Was Elementarschäden sind: Überschwemmung/Hochwasser, Rückstau aus Kanalisation, Erdrutsch, Erdbeben, Schneedruck, Lawinen. Keines davon ist in der Standard-Wohngebäudeversicherung enthalten.
- Schadenspotenzial: Flut 2021 (Ahrtal): durchschnittlicher Schaden pro Gebäude 300.000–400.000 EUR. Viele Eigentümer hatten keinen Elementarschutz — existenzbedrohend. Klimawandel: Häufigkeit steigt in Deutschland messbar.
- Kosten: Zuschlag für Elementarschutz: 50–300 EUR/Jahr (je nach Lage und Risikozone). Hochrisikogebiete (ZÜRS-Zone 3+4): oft schwer oder gar nicht versicherbar oder sehr teuer. ZÜRS-Zone vorab prüfen: geozone.de oder beim Versicherer.
- Empfehlung: Elementarschutz für nahezu alle Objekte empfehlenswert. Ausnahme: unversicherbare Hochrisikolagen (dann: Kauf überdenken!). Politik diskutiert Pflichtversicherung — noch nicht beschlossen. Mehr: Risiken bei Immobilien.
Häufige Fehler und Fallstricke
Was bei der Wohngebäudeversicherung schiefläuft:
- Unterversicherung: Häufigster Fehler: Versicherungssumme entspricht nicht dem aktuellen Wiederherstellungswert. Besonders nach starker Baukostensteigerung (2020–2024: +30–50%). Lösung: gleitende Neuwertversicherung (automatische Anpassung an Baupreisindex) wählen.
- Grobe Fahrlässigkeit: Standardklausel in manchen Verträgen: bei grober Fahrlässigkeit kürzt Versicherer Leistung. Beispiel: Herd vergessen auszuschalten — Brand. Klausel "Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit" im Vertrag ist besser.
- Leerstand melden: Wohnung steht leer? Versicherer muss informiert werden. Leerstand über 60–90 Tage: viele Versicherer leisten nicht mehr vollständig (Vandalismusschäden). Meldepflicht ernst nehmen. Mehr: Leerstand.
- Anbau/Umbau nicht gemeldet: Wintergarten angebaut, Dachgeschoss ausgebaut: neue Fläche und Wert versichern. Nicht gemeldete Erweiterungen: bei Schaden anteilig nicht versichert. Mehr: Wintergarten.
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Häufige Fragen
Brauche ich als Vermieter eine Wohngebäudeversicherung?
Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar. Bei Finanzierung: Bank schreibt sie meist vor. Ohne Versicherung: Totalschaden durch Brand oder Leitungswasser kann existenzbedrohend sein. Abschluss dringend empfohlen.
Kann ich die Wohngebäudeversicherung auf Mieter umlegen?
Ja — wenn im Mietvertrag vereinbart. Nach § 2 Nr. 13 BetrKV ist die Gebäudeversicherungsprämie umlagefähig. Auch Elementarschutz-Zuschlag: umlegbar. Jährliche Abrechnung mit Mieter wie alle anderen Betriebskosten.
Was kostet eine Wohngebäudeversicherung?
Einfamilienhaus: 300–800 EUR/Jahr. Mehrfamilienhaus (6 Einheiten): 800–2.500 EUR/Jahr. Abhängig von: Wohnfläche, Baujahr, Bauart, Lage, Selbstbeteiligung und ob Elementarschutz enthalten. Vergleich über CHECK24 oder Verivox empfohlen.
Was ist der Unterschied zwischen Wohngebäude- und Hausratversicherung?
Wohngebäudeversicherung: deckt das Gebäude selbst (Bausubstanz, fest eingebaute Teile). Hausratversicherung: deckt bewegliche Gegenstände im Haushalt (Möbel, Elektro, Kleidung). Vermieter braucht Wohngebäudeversicherung; Mieter brauchen Hausratversicherung für ihr Inventar — Vermieters Versicherung deckt das nicht.




