Zwischenfinanzierung: Was der Überbrückungskredit ist, wie er funktioniert und wann er sinnvoll ist
Was ist eine Zwischenfinanzierung?
Definition und Grundprinzip:
- Definition: Eine Zwischenfinanzierung (auch Überbrückungskredit oder Brückenkredit) ist ein kurzfristiger Kredit, der die Zeit überbrückt bis eine erwartete größere Geldsumme eintrifft — typischerweise der Erlös aus dem Verkauf einer anderen Immobilie.
- Typische Anwendungsfälle: Kauf einer neuen Wohnung/Haus bevor die alte verkauft ist, Kauf auf Auktion bevor die Baufinanzierung steht, Eigenkapital ist in einer anderen Immobilie gebunden und muss erst freigesetzt werden, Erbe wird erwartet aber noch nicht ausgezahlt.
- Funktionsweise: Bank gewährt kurzfristigen Kredit (meist 6–24 Monate) für die Kaufsumme der neuen Immobilie. Als Sicherheit: Grundschuld auf das neue Objekt oder das alte Objekt. Wenn alte Immobilie verkauft: Erlös tilgt Zwischenfinanzierung komplett. Mehr: Immobilien Finanzierung.
- Unterschied zur regulären Baufinanzierung: Zwischenfinanzierung = kurzfristig, tilgungsfrei (nur Zinsen), keine Bereitstellungszinsen (sofortige Auszahlung). Anschlussfinanzierung: langfristig mit Tilgung. Mehr: Baudarlehen.
Kosten und Konditionen der Zwischenfinanzierung
Was ein Überbrückungskredit kostet:
- Zinssatz: Typisch 0,5–2% über dem normalen Baudarlehens-Zinssatz. Bei aktuell 4% Baudarlehen: Zwischenfinanzierung ca. 4,5–6%. Grund: höheres Risiko für Bank, kurzfristige Refinanzierung.
- Kostenbeispiel: 200.000 EUR Zwischenfinanzierung bei 5,5% p.a. für 12 Monate: Zinsen ca. 11.000 EUR. Plus Bearbeitungsgebühren (0,5–1%): 1.000–2.000 EUR. Gesamt: ca. 12.000–13.000 EUR für 12 Monate Überbrückung.
- Tilgungsstruktur: Meist tilgungsfrei: monatlich nur Zinsen zahlen. Rückzahlung der gesamten Summe auf einen Schlag wenn Verkaufserlös eingeht. Wichtig: Zeitplan realistisch planen — Verkauf dauert oft länger als erwartet. Mehr: Immobilienbewertung.
- Vorfälligkeitsentschädigung: Bei frühzeitiger Rückzahlung: bei Zwischenfinanzierungen oft keine oder geringe Vorfälligkeitsentschädigung (da variable oder kurzfristig festgezinst). Im Vertrag prüfen.
Voraussetzungen und Risiken
Was Banken fordern und was schiefgehen kann:
- Bank-Anforderungen: Nachweis des bevorstehenden Verkaufs (notarieller Kaufvertrag auf alte Immobilie idealerweise vorhanden oder realistischer Marktwertnachweis), Bonität und Einkommensstabilität, Sicherheiten (Grundschuld auf altes oder neues Objekt), gesicherte Anschlussfinanzierung oder klarer Rückzahlungsplan. Mehr: Finanzierung.
- Hauptrisiko: Verkauf zieht sich hin: Wenn alte Immobilie nicht verkauft wird: Zwischenfinanzierung muss verlängert werden — teurer. Im schlimmsten Fall: Notverkauf unter Wert nötig. Plan B immer haben.
- Doppelte Belastung: Während Zwischenfinanzierung läuft: oft doppelte Zahlungen (Kredit auf neue Immobilie + Zins auf Zwischenfinanzierung). Liquiditätspuffer von 3–6 Monaten unbedingt einplanen.
- Marktrisiko: Wenn altes Objekt weniger erzielt als erwartet: Lücke zwischen Zwischenfinanzierung und Erlös. Konservativen Verkaufspreis ansetzen, nicht Wunschpreis. Mehr: Risiken.
Alternativen zur Zwischenfinanzierung
Was stattdessen möglich ist:
- Erst verkaufen, dann kaufen: Einfachste Lösung: altes Objekt zuerst verkaufen, Eigenkapital sichern, dann neues kaufen. Nachteil: Lücke (wo wohnst du dazwischen?). Übergangsmiete einplanen. In Verkäufermärkten: Käufer, der sofort kaufen kann, hat Vorteil.
- Nachrangige Grundschuld: Wenn alte Immobilie noch belastet ist: Bank trägt zweite Grundschuld ein. Aufwändiger, aber möglich wenn genug Eigenkapital-Puffer.
- Privatdarlehen: Von Familie oder Freunden: zinslos oder günstig. Steuerlich: muss marktüblich dokumentiert sein (schriftlicher Darlehensvertrag). Mehr: Eigenkapital.
- Verkauf mit Rückmietung (Sale-and-rent-back): Altes Objekt sofort verkaufen, vom neuen Eigentümer zurückmieten bis Umzug. Verkaufserlös sofort als Eigenkapital verfügbar. Setzt guten Kontakt zu Käufer voraus.
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Häufige Fragen
Was ist eine Zwischenfinanzierung bei Immobilien?
Ein kurzfristiger Überbrückungskredit (6–24 Monate) der die Zeit überbrückt bis eine erwartete Geldsumme eintrifft — typisch der Erlös aus dem Verkauf einer anderen Immobilie. Tilgungsfrei: monatlich nur Zinsen. Rückzahlung komplett bei Eingang des Verkaufserlöses.
Was kostet eine Zwischenfinanzierung?
Typisch 0,5–2% Zinsaufschlag gegenüber normalem Baudarlehen. Bei 5,5% auf 200.000 EUR für 12 Monate: ca. 11.000 EUR Zinsen plus Bearbeitungsgebühren. Kostet je länger die Laufzeit mehr — daher: Verkauf der alten Immobilie zügig vorantreiben.
Was sind die Risiken einer Zwischenfinanzierung?
Hauptrisiko: Verkauf der alten Immobilie zieht sich länger hin als geplant oder erzielt weniger. Dann: Verlängerung der Zwischenfinanzierung (teurer) oder Notverkauf. Immer mit konservativem Verkaufspreis rechnen und Liquiditätspuffer von 3–6 Monaten einplanen.
Welche Alternativen gibt es zur Zwischenfinanzierung?
Erst verkaufen dann kaufen (mit Übergangsmietlösung), Privatdarlehen von Familie/Freunden, nachrangige Grundschuld auf bestehendem Objekt, Sale-and-rent-back (Verkauf mit Rückmietung). Welche Option passt hängt von Marktlage, Liquidität und persönlicher Situation ab.













