Immobilienkauf Checkliste: 25 Punkte die du vor dem Kauf einer Immobilie prüfen musst
Phase 1: Vorbereitung vor der Besichtigung
Was vor der ersten Besichtigung zu klären ist:
- Finanzierungsrahmen klären: Wie viel Eigenkapital? Wie viel Kredit? Finanzierungsbestätigung der Bank vorab einholen (macht dich als Käufer attraktiver). Mehr: Immobilien Finanzierung.
- Kaufnebenkosten einplanen: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5% je Bundesland), Notar (~1,5%), Grundbuch (0,5%), ggf. Makler (3,57%). Gesamt: bis zu 12% Nebenkosten. Mehr: Nebenkosten Immobilienkauf.
- Wunschprofil definieren: Lage, Größe, Baujahr, Ausstattung, Rendite-Ziele (für Kapitalanleger). Was ist Muss-Kriterium, was ist Nice-to-have? Ohne klares Profil: Gefahr von Impulskäufen.
- Marktpreise recherchieren: Vergleichspreise für die Ziel-Lage kennen. Sonst: kein Gefühl für An- oder Überbewertung. Quellen: ImmobilienScout24, Empirica, lokaler Mietspiegel. Mehr: Marktanalyse.
Phase 2: Die Besichtigung
Was du bei der Besichtigung prüfen musst:
- Feuchtigkeitsschäden / Schimmel: In Ecken, hinter Möbeln, im Keller, unterm Dachstuhl. Schimmel = teuer. Feuchteflecken = möglicher Hausschwamm (bis zu sechsstellige Sanierungskosten). Mehr: Schimmel.
- Dach und Fenster: Alter, Zustand, wann zuletzt erneuert. Dach: lebensdauer 30–50 Jahre. Fenster: 20–30 Jahre. Baldige Erneuerung = große Kosten einplanen.
- Heizungsanlage: Alter, Typ (Öl → teuer zu betreiben und ab 2029 GEG-relevant), letzter Service. Austausch: 10.000–20.000 EUR. Mehr: Sanierungsförderung.
- Elektrische Anlage: Alter der Elektrik. Sehr alte Anlagen (vor 1980): oft sanierungsbedürftig. Sicherungskasten prüfen. Muss Elektriker bewerten.
- Grundriss und Ausrichtung: Süd-/Westausrichtung für Wohnräume bevorzugen. Schnitt muss zur Zielgruppe passen (WG: mehrere Schlafzimmer; Familie: offener Grundriss).
Phase 3: Unterlagen und Rechtliches prüfen
Welche Dokumente du anfordern und prüfen musst:
- Grundbuchauszug: Lasten und Beschränkungen prüfen. Eingetragene Grundschulden, Wegerechte, Nießbrauchrechte, Wohnrechte. Alles was im Grundbuch steht: geht auf Käufer über. Mehr: Grundbuchauszug.
- Energieausweis: Pflicht bei Verkauf. Energieeffizienzklasse prüfen. Schlechte Klasse (E–H): Sanierungspflicht oder hohe Betriebskosten. Mehr: Energieausweis.
- Baulastenverzeichnis: Beim Bauordnungsamt der Gemeinde: eingetragene Baulasten prüfen. Kann Bebaubarkeit und Nutzung einschränken.
- WEG-Unterlagen (bei Eigentumswohnungen): Letzte 3 Protokolle der Eigentümerversammlung, Wirtschaftsplan, Höhe der Instandhaltungsrücklage, offene Beschlüsse. Niedrige Rücklage: bald Sonderumlage drohend. Mehr: WEG.
- Mietverträge (bei Kapitalanlage): Alle bestehenden Mietverträge prüfen. Mieterhöhungspotenzial? Laufende Mietminderungen? Sonderkündigungsrechte? Mehr: Rendite berechnen.
Phase 4: Kaufpreisverhandlung und Notartermin
Die letzten Schritte vor dem Kauf:
- Kaufpreis verhandeln: Verhandlungsspielraum typisch: 3–10%. Basis: Mängel aus Besichtigung (dokumentieren!), Marktvergleiche, Zeit am Markt (lange inseriert = mehr Spielraum). Sachverständigen-Gutachten: bei Unsicherheit sinnvoll (500–1.500 EUR).
- Finanzierung final bestätigen: Kreditangebot unterschreiben bevor Notartermin. Bank-Bestätigung für Notar bereithalten. Auszahlungsbedingungen der Bank prüfen.
- Notarvertrag prüfen lassen: Notarvertrag-Entwurf mindestens 2 Wochen vor Termin anfordern (gesetzliche Frist). Jurist oder erfahrenen Immobilienmakler drüber schauen lassen. Notarkosten: Notar ist neutral, kein Anwalt für Käufer. Mehr: Notarkosten.
- Übergabe planern: Übergabetermin, Schlüsselübergabe, Übergabeprotokoll (Zählerstände, Mängel). Mehr: Wohnungsübergabe.
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Häufige Fragen
Was muss ich beim Immobilienkauf prüfen?
Die wichtigsten Punkte: 1) Finanzierungsrahmen klären + Nebenkosten einplanen (bis 12%), 2) Besichtigung: Feuchte, Heizung, Dach, Elektrik, 3) Grundbuch auf Lasten prüfen, 4) Energieausweis, 5) Bei ETW: WEG-Protokolle und Rücklage prüfen, 6) Notarvertrag vorab lesen lassen.
Welche Unterlagen brauche ich beim Immobilienkauf?
Käufer braucht: Personalausweis, Finanzierungsnachweis. Verkäufer liefert: Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne/Grundrisse, bei ETW: WEG-Protokolle + Wirtschaftsplan + Teilungserklärung, bei vermietet: bestehende Mietverträge. Bei Bedarf: Baulastenauskunft.
Wie lange dauert ein Immobilienkauf?
Typischer Ablauf: Kaufangebot bis Notartermin: 2–6 Wochen (Finanzierung, Unterlagen). Notarvertrag bis Eigentumsübergang im Grundbuch: 6–12 Wochen (Grundbuchumschreibung). Gesamt von ersten Gesprächen bis Schlüsselübergabe: oft 3–6 Monate.
Was sind typische Fehler beim Immobilienkauf?
Häufigste Fehler: Kaufnebenkosten unterschätzt (bis 12%), keine professionelle Bausubstanzprüfung, Grundbuch nicht gelesen, bei ETW keine WEG-Protokolle geprüft, Notarvertrag nicht vorab geprüft, Kaufpreis ohne Marktvergleich akzeptiert, zu wenig Pufferkapital für Renovierungen eingeplant.













