Notarkosten beim Immobilienkauf: Wie viel kostet der Notar und wer zahlt?
Was macht der Notar beim Immobilienkauf?
Der Notar ist beim deutschen Immobilienkauf gesetzlich vorgeschrieben:
- Beurkundung: Kaufvertrag wird vor dem Notar verlesen, erklärt und von beiden Parteien unterzeichnet. Ohne notarielle Beurkundung: Kaufvertrag nichtig (§ 311b BGB).
- Grundbuch: Notar veranlasst die Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Erst nach Grundbucheintrag ist der Käufer rechtlicher Eigentümer. Mehr: Grundbuch.
- Auflassungsvormerkung: Notar lässt sofort nach Kaufvertrag eine Auflassungsvormerkung eintragen — schützt Käufer bis zur vollständigen Eigentumsumschreibung.
- Abwicklung: Notar koordiniert Kaufpreis-Fälligkeit, Grunderwerbsteuerbescheid, Löschung alter Grundschulden.
Was der Notar kostet — die Berechnung
Notargebühren sind gesetzlich geregelt (GNotKG):
- Gesamtkosten Notar + Grundbuch: Typisch 1,5–2,0% des Kaufpreises. Bei 300.000 EUR: 4.500–6.000 EUR. Bei 500.000 EUR: 7.500–10.000 EUR.
- Aufteilung: Notargebühren ca. 1,0–1,5% (Beurkundung, Vollzug). Grundbuchgebühren ca. 0,5–1,0% (Eigentumsumschreibung, Grundschuld-Eintragung).
- Hauptfaktoren: Kaufpreis (höherer Preis = höhere Gebühren, aber degressiv). Grundschuldhöhe (falls Finanzierung: Eintragung der Grundschuld kostet extra). Anzahl der Dienstleistungen.
- Verhandeln unmöglich: Gebühren nach GNotKG sind fix. Kein Spielraum. Notarangebote vergleichen ist sinnlos — alle kosten gleich viel für gleiche Leistungen.
Wer zahlt den Notar?
Kostentragung beim Immobilienkauf:
- Käufer trägt typischerweise alle Kosten: Beurkundung des Kaufvertrags, Eigentumsumschreibung, Auflassungsvormerkung, Grundschuldeintragung = Käufer zahlt.
- Ausnahme Löschung alter Grundschulden: Wenn Verkäufer alte Grundschulden löschen lassen muss: Notar- und Grundbuchgebühren trägt der Verkäufer.
- Kaufnebenkosten Gesamtübersicht: Notarkosten 1,5–2,0% + Grunderwerbsteuer 3,5–6,5% (je Bundesland) + Makler 0–3,57% = 5–12% des Kaufpreises. Mehr: Baunebenkosten.
Notar-Kosten-Beispiele nach Kaufpreis
Typische Notarkosten nach Kaufpreisklasse:
- 200.000 EUR: Notar ca. 3.000–4.000 EUR. Grundbuch ca. 1.000–2.000 EUR. Gesamt: ca. 4.000–6.000 EUR.
- 350.000 EUR: Notar ca. 5.250–5.775 EUR. Grundbuch ca. 1.750–3.500 EUR. Gesamt: ca. 7.000–9.300 EUR.
- 600.000 EUR: Notar ca. 7.800–9.000 EUR. Grundbuch ca. 3.000–6.000 EUR. Gesamt: ca. 10.800–15.000 EUR.
- Sonderfall Neubau: Beim Kauf vom Bauträger: oft mehrere Beurkundungen nötig (Kaufvertrag + Teilungserklärung). Kosten können leicht steigen.
Mehr: Notartermin Ablauf | Immobilien Kaufen Tipps.
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Häufige Fragen
Was kostet ein Notar beim Hauskauf?
Typisch 1,5–2,0% des Kaufpreises für Notar und Grundbuch zusammen. Bei 300.000 EUR: ca. 4.500–6.000 EUR. Gebühren sind gesetzlich festgelegt (GNotKG) — kein Verhandlungsspielraum.
Wer zahlt den Notar beim Immobilienkauf?
In der Regel der Käufer: Kaufvertragsbeurkundung, Eigentumsumschreibung, Grundschuldeintragung. Verkäufer trägt Kosten für Löschung seiner alten Grundschulden.
Kann man Notarkosten sparen?
Kaum. Gebühren sind gesetzlich fix. Aber: Die Grundschuld auf denselben Betrag wie den Kaufpreis setzen (nicht höher) — vermeidet Mehrkosten durch höhere Grundschuld. Eigene Bank-Grundschuld statt Auftragsgrundschuld: spart Bankgebühr.
Wie lange dauert der Notartermin?
Typisch 60–120 Minuten für Standard-Wohnungskauf. Notar liest den Kaufvertrag vollständig vor, erklärt ihn, beantwortet Fragen. Beide Parteien unterschreiben. Vorabübersendung des Vertrags ist Pflicht (mind. 14 Tage vor Termin).
Offizielle Quellen & Weiterführende Links













