Mietvertrag Vorlage: Was drinstehen muss, welche Klauseln unwirksam sind und wo du Vorlagen bekommst
Was ein Mietvertrag gesetzlich enthalten muss
Pflichtangaben für einen wirksamen Mietvertrag:
- Vertragsparteien: Vollständige Namen und Anschriften beider Parteien (Vermieter und alle Mieter). Mehrere Mieter: alle namentlich aufführen — alle haften dann gesamtschuldnerisch. Mehr: Mietvertrag für Vermieter.
- Mietobjekt: Genaue Beschreibung der Wohnung (Adresse, Etage, Lage im Gebäude, Wohnfläche in m², mitgemietete Nebenräume: Keller, Stellplatz, Garten).
- Mietbeginn und Dauer: Datum des Mietbeginns. Bei unbefristetem Vertrag: keine Endangabe nötig. Bei befristetem Vertrag: Endatum UND sachlicher Befristungsgrund (§ 575 BGB: Eigenbedarf, Abriss, Umbau). Mehr: Zeitmietvertrag.
- Miethöhe: Kaltmiete, Warmmiete (inkl. aller Nebenkosten), Kaution (max. 3 Kaltmieten). Alle Zahlungsmodalitäten klar angeben. Bei Staffelmiete: alle Stufen explizit aufführen. Mehr: Staffelmiete.
Wichtige Klauseln im Mietvertrag
Was du zusätzlich regeln solltest:
- Nebenkosten-Abrechnung: Welche Nebenkosten umgelegt werden (Auflistung nach §2 BetrKV), Abrechnungsturnus (jährlich), Vorauszahlungshöhe. Nicht genannte Kosten: nicht umlegbar. Mehr: Nebenkostenabrechnung.
- Haustierhaltung: Klausel zu Haustieren: großer Zankpunkt. Kleintiere (Hamster, Vögel) dürfen nicht grundsätzlich verboten werden (BGH). Hunde und Katzen: mit Einzelfall-Erlaubnisvorbehalt möglich. Pauschalverbot: oft unwirksam.
- Schönheitsreparaturen: Kann auf Mieter übertragen werden — aber nur mit wirksamer Klausel (keine starren Fristen, keine Quotenabgeltung). Mehr: Renovierungspflicht.
- Untervermietung: Ob und unter welchen Bedingungen Untermiete erlaubt ist. Vollständiges Verbot: unwirksam (Mieter hat bei berechtigtem Interesse Anspruch auf Erlaubnis). Mehr: Untervermietung.
Häufige Klauseln die der BGH für unwirksam erklärt hat
Diese Klauseln nicht in den Mietvertrag aufnehmen:
- Starre Renovierungsfristen: "Alle 3 Jahre Küche/Bad, alle 5 Jahre Wohnräume" — unwirksam (BGH 2004). Die gesamte Schönheitsreparaturklausel fällt dann weg. Mehr: Renovierungspflicht.
- Endrenovierungsklausel + Quotenabgeltung kombiniert: Besonders wenn Wohnung unrenoviert übergeben wurde: komplett unwirksam. Mieter muss dann gar nicht renovieren.
- Verbot von Dübeln/Bilderaufhängung: Pauschalverbot von Dübeln: unwirksam. Mieter darf in zumutbarem Rahmen Bilder aufhängen. Reparaturpflicht bei Auszug: gilt natürlich.
- Zu hohe Kleinreparaturgrenze: Über ~150 EUR pro Einzelfall oder ~300 EUR/Jahr: überhöht, Grenze unwirksam. Kleinreparaturklausel kann teilweise angepasst werden.
- Vollständiges Haustierverbot: Für Kleintiere: immer unwirksam. Für größere Tiere: Erlaubnisvorbehalt möglich, Pauschalverbot nicht. Mehr: Mietrecht.
Wo du rechtssichere Mietvertragsvorlagen bekommst
Quellen für Vermieter:
- Hauseigentümer-Verbände: Haus & Grund Deutschland: Mitgliedern stehen aktuelle, BGH-konforme Mietvertragsvorlagen zur Verfügung (kostenpflichtig, aber rechtlich geprüft). Regionaler Haus & Grund Verein: oft günstiger als Mitglied.
- Online-Plattformen: ImmobilienScout24, Immonet, Haufe: kostenpflichtige Vorlagen. Mietrecht.de, anwalt.de: Vorlagen oft mit Erläuterungen. Vorsicht bei kostenlosen Vorlagen ohne Datum: können veraltete Klauseln enthalten.
- Fachanwalt Mietrecht: Bei besonderen Situationen (Staffelmiete, Zeitmietvertrag, WG-Vermietung, möbliert): individuelle Beratung sinnvoll. Kosten: 200–500 EUR für maßgeschneiderten Vertrag — schützt vor teuren Klausel-Fehlern.
- Was du immer prüfen solltest: Aktueller Stand (BGH-Rechtsprechung ändert sich): Vorlage aus 2010 kann unwirksame Klauseln haben. Spezifische Regelungen für deine Situation (möbliert, WG, Gewerblich?). Mehr: Mietrecht Vermieter.
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Häufige Fragen
Welche Pflichtangaben muss ein Mietvertrag haben?
Pflichtangaben: Vollständige Vertragsparteien, genaue Beschreibung des Mietobjekts (Adresse, Fläche), Mietbeginn, Kaltmiete und Nebenkosten-Vorauszahlung, Kautionshöhe. Empfohlen zusätzlich: Nebenkosten-Auflistung, Regelungen zu Schönheitsreparaturen, Haustieren, Untervermietung.
Welche Mietvertragsklauseln sind unwirksam?
Häufig unwirksam: Starre Renovierungsfristen (z.B. "alle 3 Jahre"), Quotenabgeltungsklauseln (BGH 2015), vollständiges Haustierverbot, zu hohe Kleinreparaturbeträge (über ~150 EUR/Einzelfall), Verpflichtung zu bestimmten Wandfarben bei Auszug (BGH 2008).
Muss ein Mietvertrag schriftlich sein?
Für unbefristete Mietverträge: Schriftform nicht zwingend, aber dringend empfohlen. Für befristete Mietverträge (§ 575 BGB): Schriftform vorgeschrieben. Ohne Schriftform gilt befristeter Vertrag als unbefristet. Mündliche Mietverträge: rechtlich gültig, aber beweistechnisch schwierig.
Darf ich als Vermieter einen kostenlosen Mietvertrag verwenden?
Ja, aber: veraltete oder fehlerhafte Klauseln können teuer werden (unwirksame Schönheitsreparaturklausel = Vermieter trägt alle Renovierungskosten selbst). Empfehlung: Haus & Grund Vorlage oder aktuelle kostenpflichtige Vorlage nutzen. Regelmäßig aktualisieren nach BGH-Urteilen.














